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Monatsarchiv für Februar 2008
Gedichte
18. Februar 2008

Vorstellung

“Applaus, meine Damen und Herren -
Film ab“
Der Film beginnt
Es knistert leise
Die Menge blickt begeistert zur Leinwand
Lacht und Weint
Weint und Schreit
Schreit und Lacht
Ein Knall
Ist gespannt auf das Ende
Beginnt zu zittern
Stille

Die Rolle reist
Die Menge regungslos
Keine Änderung
Die Münder weit geöffnet
Das Popcorn fällt zu Boden
Die Menschen kalt
Starr
Es knistert leise
Ein Knall
Ende

Geschichten
7. Februar 2008

Alltäglich

FlurTapsig näherte er sich der Tür. Dann klopfte er dreimal behäbig an die schwere Eichentür. Keiner öffnete. Was war nur passiert? Sonst war sie immer direkt zur Stelle, wenn sie sich verabredet hatten. Meistens wartete sie bereits 5 Minuten vorher am Fenster begierig auf sein Antreffen. Doch heute war alles dunkel. Es schien so, als wenn das Haus das einzige Schwarze im ansonsten hell beleuchteten Umkreis war, so dunkelte es. Schatten ragten ausladend aus allen Seiten. Er war besorgt. War ihr wohl möglich etwas zugestoßen? Den ganzen Beitrag lesen »

Geschichten
3. Februar 2008

Tag 15 und die schwarze Taube

Tauben15. April 2008. Es war ein diesiger Tag. Sofern es die Leute konnten, mieden sie es heute, nach draußen zu gehen. Ein paar mutige und unerschrockene Krieger konnten es dennoch nicht lassen, bei dem Sturm draußen zu im Kreis marschieren. Verwunderlich, wie wenig solche widrigen Umstände manchen einen interessierten. Oder waren sie einfach blind oder wollten sie einfach nicht vor dem Wetter kapitulieren? Nicht die weiße Fahne zeigen, wie es die Mehrheit an diesem regnerischen Tag tat? Selbst als erste Hagelkörner vom Himmel auf die Autos einschlugen, gingen sie weiter unerschüttert ihren Weg. Ihre Augen voller Entschlossenheit, ihre Gesichter verzerrt und monoton. Doch eine Person war anders. Sie fiel aus der Menge. Nicht die Tatsache, dass sie einen Regenschirm besaß und schneller als der Rest lief, als auch ihre knallrotgelbgestreifte Jacke hebten sie hervor, sondern ihre Aura. Im Gegensatz zum Rest lachte sie, obwohl offensichtlich war, dass ihr das Wetter beileibe nicht gefiel und sie es eilig hatte, Unterschlupf zu finden. Was war der Grund für diese offensichtliche Andersartigkeit? War sie verliebt? Wurde sie gerade befördert? War sie einfach nur so glücklich, dass selbst die widrigsten Umstände sie nicht davon abhalten konnten, weiter zu kämpfen und für den Moment zu leben, im Gegensatz zu dem Großteil der anwesenden Menschen, die nur darauf warteten, endlich trocken Boden zu betreten. Dann war sie auf einmal weg. Von einem Moment zum anderen verschwand sie vom Schlachtfeld. War sie voller Euphorie umgekommen?

Nach mehreren Stunden klärte das Wetter wieder auf und die Wolken, die zuvor den Himmel überschatteten, zogen von dannen. Die Gesichter entzerrten. Das Leben ging seinen gewohnten Gang weiter – so als wenn nichts gewesen wäre. Auch versammelten sich wieder Menschen um meinen zuvor gemiedenen Zeitungsstand, um sich mit der Feierabendlektüre einzudecken. Besonders harte Koste verkaufte sich zur meiner Überraschung besonders gut, wo sonst stattdessen vor allem die gelbe Klatschpresse gefragt war. Vielleicht waren die Leute endlich zur Gesinnung gekommen und hatten die Wahrheit hinter den gelben Seiten durchschaut. Oder war einfach die neue Welle von Gratisbeilagen ausschlaggebend für den Wandel? Nachdenklich schloss ich gegen 8 Uhr das Gitter des Standes und begab mich auf den Weg nach Hause.