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Monatsarchiv für November 2008
Gedichte
30. November 2008

Schizophren

ClownHörst du die Stimmen?
Wie sie leise wispern aus der Ecke
Andauernd, überall
Hörst du sie?
Hast du Angst?
Das ist doch nichts, oder doch?

Echos meiner Gedanken überströmen mich
Was aus mir hinausschalt, schalt wieder zurück
Verzerrt und undeutlich mit anderer Stimme
Fremd und unbestimmt
Hast du Angst?
Ich nicht, du schon
Wir müssen stark sein

Sirenen heulen schrill
Jemand ist eingebrochen
versucht Besitz zu nehmen
Ihn zu knebeln und an seine Stelle zu treten
Er muss stark sein
Du musst stark sein
Ich muss stark sein

Als Teil des Ganzen sind wir bereit
Singen im Chor
Und klatschen im Klang der Sirenen
Was ein Wunder uns zu sehen
Arm im Arm, Hand in Hand
Oh, ist das schön.
Ein schöner Tag

Gedichte
20. November 2008

Brandstiftung

FeuerEin Feuer brennt in mir
Lodernde Flammen heizen mich an
Mein Herz glüht rot
Nur du kannst es löschen,
niemand sonst
Komm zu mir
Jetzt und zwar

Sofort
Gleich kann es schon zu spät sein
die Brände überhand nehmen,
jegliche Kontrolle weg brennen
hässliche Narben hinterlassen
Tränen werden stattdessen retten
Willst du das?
Ich warte…

Gedichte
13. November 2008

Allein sein verboten

MenschenmengeMassen auf der Erde
Angeleinte Wolken
Missbraucht zum Zwecke der Persönlichkeit
Und der ununterbrochenen Befriedigung
Gezwungen zu regnen,
die Sonne zu unterdrücken
die Wärme von den Menschen fernzuhalten
sie gefügig zu machen

Menschen tragen Masken der Freude
Verordnet zum Schutz der Sicherheit
Lächelnde Gesichter massig und zu Hauff
Jeder kennt Jeden
Keiner ist allein
Allein sein ist verboten

Niemand entfernt seine Maske,
zeigt seine wahre Identität,
zeigt Gefühle,
denn die Menschen sind blind,
ihre Augen haben sich der Dunkelheit angepasst
zum Selbsterhalt

Nur zusammen können wir kämpfen,
uns befreien von dem Zwang der
scheinbaren Gemeinschaft
nur unser gemeinsamer Atem bläst weg die Wolken
ein einzelnes laues Lüftchen ist zu schwach für die Verbrechen
Wir müssen handeln, ehe uns die Luft ausgeht
Wir, die Massen auf der Erde.
Sofort

Gedichte
5. November 2008

Zweite Sieger

MedaillenTränen sind vergossen
Herzen zerbrochen,
doch wir sind immer noch hier
Tagein, Tagaus

Wenn der Schmerz zu groß wird,
wird er gekittet, zu einem Lächeln zementiert
und das Spiel geht weiter

Nicht nur 90 Minuten, sondern 24 Stunden
Rollt der Ball von einem Tor ins andere
Niederlagen gibt es nicht, nur zweite Sieger

So ist es manchmal
Nicht nur heute
Nicht nur morgen
Tagein, Tagaus