Es gibt Tage, an denen ich stundenlang die Fernbedienung meines DVD-Players in der Hand halte und stets immer die gleiche Taste in regelmäßigen Abständen betätige. Fast schon Apathisch. Fast schon krank. An solchen Tage suche ich mir dann einen bestimmten Film aus meiner Sammlung und schaue die meiner Meinung nach beste Szene des Filmes immer und immer wieder an, bis ich sie mitsprechen kann und eins mit der Szenerie geworden. Meist geht es einfach und innerhalb von 2 bis 3 Durchläufen fühl ich mich als Texas-Ranger, wahlweise auch als Opfer eines mordhungrigen Psychopaths auf der Flucht. Manchmal jedoch dauert es bedeutend länger. Gewöhnlich hat es in diesem Fall 2 entscheidende Gründe. Einerseits, wenn die schauspielerische Leistung den Boden berührt und dann ins Bodenlose abdriftet, so dass eine Identifikation aufgrund einer monotonen blechendern Darstellung schwieriger wird, als einer Vorführung in der Grundschule, die nötige Klasse zu zusprechen. Anderseits, wenn ich an solchen Tagen dauernd gestört werde. Durch Daueranrufe meiner Freundin von der Arbeit, die mich ständig danach fragt, wie es mir geht und was ich gerade mache. Anrufe in regelmäßigen Abständen. Immer und immer. Es ist ja nicht so, als dass ich ihr nicht morgens mehrmals eingerichtet habe, mich nicht zu stören, weil ich mich mit Bildern berauschen will. Nein. Das hat sie ja vergessen. Am liebsten würde ich sie in solchen Momenten einfach ausstellen, so wie ich die Klappe des Players öffne, wenn ich keine Lust mehr auf dem Film ab. Doch Film und Realität sind ja bekanntlich immer noch zwei verschiedene Welten. Leider.