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Monatsarchiv für Mai 2009
Gedichte
30. Mai 2009

Fassade

Fassade
Erste Stücke bröckeln
Fallen leicht, fast unbemerkt
Von der mächtigen und der prächtigen
Weit empor reichenden Umkleidung
In die Züge der Nachbarschaft

Im Laufe der Zeit
Nagen immer mehr Angelegenheiten,
Schwerwiegende, aber auch vermeintliche Leichtigkeiten
An der Pracht der Fassade
Und machen sie porös.

Irgendwann ist vom damaligen Glanz
Kaum noch was übrig
Und dein wahres Gesicht kommt zum Vorschein
Statt glorreicher Emporen und verzierter Giebel
Dominieren Stinkender Dreck und brüchige Mauern
Dein wahrhaftes Angesicht

Die ehemalige Pracht nur ein falscher Schein
Doch schlussendlich durchschaut
Kannst du niemanden mehr in deinen Bann ziehen
Und nur drauf warten, dich von Grund auf zu renovieren
Oder doch abgerissen zu werden

Gedichte
23. Mai 2009

Lach’!

Lach’ doch mal
Komm’ schon
Alle lachen doch heute
Selbst die Todkranken sind im Rausch
Und tanzen in heller Freude
Als wenn es keinen Morgen gibt
Und Heute ihre letzte Stunde geschlagen hat

Heute muss man einfach fröhlich sein
Die Sonne scheint stark und hell
Bräunt die Menschen überall
Als Erinnerung an diesen Tag
So dass man ihn nie vergessen kann
Die Vögel zwitschern laut und fröhlich
Ihr Gesang so intensiv,
dass er sich unaufhörlich im Kopf festmeißelt
Für immer erhalten bleibt

Seh’ das doch ein
Du kannst dich nicht dieser Kraft entwehren
Niemand kann das
Die es versucht haben sind lange fort
Dahingeschieden, fast unbemerkt
Es war nicht die Zeit zu trauern
Also lach’ doch mal!
Lach’ endlich!
Lachen ist gesund oder willst du krank sein?
Willst du?

Gedichte
12. Mai 2009

Nur im Traum

TraumNiemand kann dich sehen
Auch, wenn der Blick über die ganz Welt schweift
Auch, wenn sonst keiner anwesend ist
Auch, wenn du dich bemerkbar machen willst
Die ganze Aufmerksamkeit auf dich ziehen willst
Nur für einen Tag der Mittelpunkt der Welt sein
Nicht nur die letzte Geige spielen im Stück des Lebens
Statt Untergehen im Dickicht der Menschen
Es wird dir nicht gelingen

Je sehr du dich auch bemühst
Dich loszubinden und aufzusteigen
Wie ein Ballon durch den Himmel zu fliegen
Und über allem zu schweben
Es wird nur ein Traum bleiben
Sobald du aufwachst wird dich
Die Realität wieder auf den Boden zurückholen
Kurz und schmerzhaft
Wie im Traum

Gedichte
1. Mai 2009

Stille im Regen

Grab

Die letzte Stunde scheint zu beginnen
Und jegliche Hoffnung zuschlagen
Die zuvor noch geherrscht
Und die Kerze am brennen gehalten hat
Das Atmen versteinert unaufhörlich
Ehe es bald zu schwer wird
Und untergeht in den aufkommenden Wasserfluten
Welche langsam aufkommen und sich ausbreiten
Und den Tag verdunkeln

Wind flaut ab
Lässt das Rad langsamer drehen
Plötzlich ist es ganz still
Das Rad steht still
Antriebslos
Das Herz hat aufgehört zu schlagen
Du hast uns verlassen
Alles zu ende
Alles still