Katzentheater
“Katzentheater” ist der erste Teil der Fortsetzungsgeschichte A mit dem Arbeitstitel “Vertigo”.
Man. Ist das laut. Kann nicht jemand die Lautstärke drosseln? Zumindest den Bass rausnehmen? Ich halte das nicht mehr aus. Dieses nervtötende Dröhnen. Gewöhnlich macht mir das nichts aus. Doch heute ist es zum ersten Mal schmerzhaft. Das hatte ich noch nie. Nie wäre übertrieben. Eigentlich die letzte Zeit öfters, aber nie so intensiv. Bemerkbar, aber erträglich. Heute ist es anders. Heute ist es so, als wenn eine neue Katze zu Besuch ist und ihre Grenzen testen will. Testen will, wie weit sie gehen kann. Fauchen, kratzen, Miauen. Regelrechtes Katzentheater eben. Doch bedauerlicherweise habe ich keine Katze, nur einen Kater, der in einem Kopf tobt – und das nicht zu wenig. Doch wenn ich eine hätte, würde ich sie mit einem schnellen, aber harten Tritt, und voller Genugtuung rausschmeißen. Verfluchtes Mistvieh! Hätte ich es gestern nicht so übertrieben. Vielleicht weniger getrunken? Weniger geraucht? Vielleicht weniger von allem. Weniger ist mehr. Letzte Woche war das noch anders. Letzte Woche waren viele Miezen noch nicht unmissverständlich gleich einem wilden Kater am nächsten Morgen. Das war beweisbar und unwiderruflich. Ich hatte es etliche Male durchgespielt. Am nächsten Morgen war ich wieder nahezu topfit und konnte weiter am Spiel des Lebens teilnehmen – als wenn nichts gewesen wäre. Hatte ich vielleicht zu hoch gepokert diesmal oder hatte sich eine Unbekannte in die Gleichung verirrt. Eine Unbekannte, die gar mir etwas Böses wollte? Vielleicht hat sie mir etwas in mein Glas getan, um mich auszuknocken? Mich K.O. zu schlagen? Das war’s? Ich hab den Großkotz raushängen lassen. Das weiß ich noch, oder? Eigentlich weiß ich nichts mehr von gestern Nacht. Aber egal, was es auch war und wieso. Es war und ist unerträglich.


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