RegistrierenAnmeldenRSS-FeedTweetGoogle +
Monatsarchiv für September 2009
Geschichten
24. September 2009

Der Fön

FönEs war ein ganz normaler Tag. Ein Sommertag. Schwül, schwitzend und heiß. Ganz normal. Eigentlich. Du warst anders. Nicht, wie sonst. Gewöhnlich warst du eine echte Bereicherung und missen wollte man dich auf keinen Fall. Selbst, wenn du schlecht drauf warst, warst du eine Wonne und hast trotzdem den Tag gerettet. Deine dann manch bissigen Kommentare trafen oft den Kern und ließen uns trotzdem schmunzeln, was dich widerrum ansteckte und den ganzen Kummer vergessen ließ. Aber jetzt bist du anders. Skurril. Dein Mund ist die ganze Zeit geöffnet. Maulsperre? Beim Zahnarzt warst du glaube ich nicht. Du hättest es wohl erzählt. Was aber noch viel merkwürdiger ist, dass die ganze Zeit eine warme Brise aus deinem Mund kommt. So als wenn du einen Fön geschluckt hättest. Wir schwitzen doch schon genug. Willst du dass wir einen Hitzekollaps erleiden? Wenn dein Atem wenigstens kühl und erfrischend wäre, das wäre toll. Er würde den ganzen Abend kühlen und wir müssten nicht so schwitzen. Aber so? So ist es unerträglich. Wir würden dir auch helfen den Ausschalter zu finden. Und einen guten Spezialisten für deinen geöffneten Mund hätten wir auch. Wir meinen es echt nur gut. Wir mögen dich echt. Sehr sogar. Aber so geht es nicht weiter. Aber wie es aussieht gefällt dir ja. Vielleicht weil du damit deine ganze Hitze abführen kannst und dich somit kühlen kannst? Das läuft jedoch auf unsere Kosten und wir sind nicht so wohlhabend, dass wir uns solche Abende lange leisten können. Nun ja. Musst du ja wissen, was du mit dir anstellst und wieso, warum. Es will dir niemand reinreden. Aber dann erspar uns die lästige Dauerbelüftung bitte. Wir haben nicht danach gefragt. Bitte.

Gedichte
16. September 2009

Farbenspiel

FarbeDie blaue Farbe beginnt zu verlaufen
Aus der vorherigen Farbenpracht
Wird von jetzt auf gleich
Eine scheckige Offenbarung
So als wenn der Himmel plötzlich
mit einem Haufen grüner Wolken gesäumt
schließlich komplett grün gestrichen wird

Dann zerrinnt der letzte Schimmer
Tropft langsam in die Gesichter
Als Andenken an das Gewesene
Verbleibt er solange in ihnen
Bis neue Farbspritzer ihren Platz einnehmen
Und die alte Farbe komplett verblasst

Innerhalb weniger Zeit wandelt sich
Das komplette Bild
Die komplette Ausstrahlung
Nur Weniges lässt auf den Beginn schließen
Doch einzelne Spuren schimmern weiter hindurch
Liefern wichtige Erkenntnisse der Entstehung
Die selbst Jahre später einen Blick zurück ermöglichen
Auf das jetzige Meisterwerk
Und das damalige Farbenspiel

Gedichte
9. September 2009

Starkregen

StarkregenKarten werden verteilt
In jeglichen Formen und Farben
Überschwemmen die Straßen
Wie plätschernde Regenfälle
An einem warmen Mittsommertag

Auch die Jenigen,
Die Schutz unter Bäumen suchen
Werden zumindest leicht gestreift
Denn niemand kann ihnen entgehen
Sie sind überall

Um ihre Moral zu verbreiten
Die Mensche mit Gedanken zufluten
Auch gegen ihren Willen
Regenschirme werden notfalls auch mal entrissen
Leute in die Pfützen geschubst

Irgendwann klärt sich die Situation
Die Sonne gewinnt schließlich die Oberhand
Und trocknet die Genässten
Manche jedoch sind so durchnässt,
Dass ein schneller Kleidungswechsel
Oft die einzige Chance bleibt,
Nicht doch schwerwiegend zu erkranken

Gedichte
2. September 2009

Musterung

Menschen in der Stadt

Augen starren und mustern
Ganz Unerwartet
Von Jetzt auf gleich
Von Kopf bis Fuß
Von Angesicht zu Angesicht

Plötzlich geht ein Licht auf
Erstrahlt das ganze Gesicht
Heizt die Situation weiter an
Lässt einen Funken springen

Doch ehe er überspringen kann
Verpufft er im Gewirr der Menschen
Das vorherige Lächeln verzieht sich
Und weicht einem Murren
Als die Erblickte für immer verschwunden scheint
Und die Chance vertan ist