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Monatsarchiv für Oktober 2009
Gedichte
24. Oktober 2009

Entzug

Polizei
Er zittert, schwitzt,
Kaut nervös an seinen Fingernägeln
Blickt um sich, als wenn er verfolgt würde
Als wenn tausend Polizisten hinten ihm her wären
Und Ihn jagen würden

Schweiß tropft in seine Hand
Und läuft schließlich über
Gleich würden sie ihn haben
Der Schlüssel für die Schublade entgleitet seinen Händen
Er wird nervöser
Panik macht sich breit

Er tritt gegen die Schublade,
um sie zu öffnen
um endlich an den Stoff zu kommen
um die Nacht zu überstehen

Die Schublade gibt nach
Doch es ist bereits fertig gelesen
Das Abenteuer schon zu ende
Die Realität hat ihn wieder gefasst
Die Flucht ist gescheitert
Er sackt verzweifelt zu Boden

Gedichte
15. Oktober 2009

5 Minuten

Kaugummi5 Minuten
Die einem vorkommen
Wie 5 lange Tage
Wie Augenblicke
Die langsam dahinplätschern
Ohne Höhen und Tiefen
Die sich dehnen wie Kaugummi
Welches gerade den Mund entwichen ist

5 Minuten können lange sein
Manchmal länger als 5 Wochen
Zeit wird vergrößert bis zum Unkenntlichen
Momente scheinen oberflächlich betrachtet schön
Aber im Detail unscharf und ausgefranst
Ohne Facetten, ohne Liebe zum Detail
So ist das, wenn du nicht da bist
Und den Momenten ihr gewisses Etwas gibst
Dinge ausgestaltet, die vorher matt
Oft langweilig, gar überflüssig sind

Mit dir kann selbst eine Bachfahrt zu einem Abenteuer werden
Kaugummi kauen zu einem Fest der Sinne
Doch ohne dich geht das das nicht
Ein Kontrast wie schwarz zu weiß
Es ist zum Haare raufen
Immer da sein kannst du nicht,
Doch jede Minute zählt
Auch wenn es nur 5 Minuten länger sind
Dann bleibe,
Denn selbst 5 Minuten ohne dich sind verschenkte Zeit
Und Zeit ist kostbar

Gedichte
8. Oktober 2009

Energieverlust

leere Akkuanzeige

7 %
Das Ende des Tages naht
Eines Tages
Voller Anstrengungen
Voller Unannehmlichkeiten
Voller Schmerz
Der an den letzten Reserven gezogen
Und dich fast komplett verbraucht hat

5 %
Deine Augen tränen
Entladen deine letzte Kraft
Die noch in dir schlummert
Du bist am Ende
Und musst aufgeladen werden
Ehe du zu schwach bist

4 %
Mit jeder Träne schwindet deine Kraft
Bald nähert sie sich dem Nullpunkt
Nur eine komplette Ladung
Von 4 % bis auf 100 %
Direkt und unkompliziert kann dich jetzt noch retten
Und deine alte Kraft wieder zurückholen

3%
Ich lade dich auf
Du musst nur herkommen
Dann gebe ich dir einen Teil meiner Energie
Denn ich bin dein Ladegerät
Wenn du am Ende deiner Kräfte bist
Die Zeit rennt
2 %

Gedichte
1. Oktober 2009

Wisper

Wisper gehen in der Stille unter
Kaum noch wahrnehmbar
Verrauschst und unidentifizierbar
Allgegenwärtig und unerreichbar
Weit entfernt und doch so nah

Oft überhört
Manchmal doch wahrgenommen
Werden sie oft missverstanden
Aus einem A ein O
Aus einem Gruß eine Bosheit
Aus Sympathie Antipathie
Aus Antipathie Sympathie

Mit teilweise fatalen Folgen
Verliebte fangen an sich zu hassen
Ernstfeinde springen sich in die Arme
Kinder steigen in fremde Autos
Polizisten schießen wild um sich
Leute drehen sich im Kreis
Krankhäuser werden schwarz gestrichen

Obwohl die Lösung
Ein einfaches Nachfragen
Ein Überdenken des Gesagten
Oft so simpel ist
Und vieles verhindern könnte