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Monatsarchiv für Dezember 2009
Vertigo
26. Dezember 2009

Eine Pizza ist kein Leben

“Eine Pizza ist kein Leben” ist der dritte Teil der Fortsetzungsgeschichte A mit dem Arbeitstitel “Vertigo”.
Pizza

[Fortsetzung von Die Stecknadel]

Fast genau 6 Stunden sind vergangen, seitdem ich mich hingelegt hatte. Es ist mitten am Tag. Die Sonne strahlt und ich liege im Bett, da ich krank war. Jetzt geht es mir wieder gut. Was doch so ein kleines Nickerchen alles bewirken kann. Ich fühle mich wie neugeboren. Nur, dass ich nicht 1 Tage alt, sondern immer noch 24 Lenzen alt bin. Fast ein viertel Jahrhundert. Ich sollte mir nicht so viele Gedanken darüber machen, andere haben es viel nötiger und zudem warten wichtigere Gedanken vor der Tür auf ihren Eintritt. Gedanken, wie „Was soll ich jetzt machen, nachdem ich krank erklärt wurde?“ oder einfach nur die Frage, was ich schönes essen sollte, wenn der Kühlschrank und der Magen leer ist. Aber zum Glück gibt es noch das Pizzataxi. Fabio macht die besten Pizzen – weit und bereit. Knusprig und mit extra verlaufenden Käse. Eine wahre Wonne, die gleich den Weg in meinen Mund finden wird. Ich kann es kaum noch erwarten meine Pizza Funghi zu verspeisen. Ich bestelle oft und mittlerweile reicht es einfach nur „das Übliche“ an die „gewohnte“ Adresse zu schicken und ruckzuck – manchmal sind es weniger als 20 Minuten – kann ich es genießen. Wäre doch alles so einfach. Aber ist es bekanntlich nicht und ändern kann man es ehe nicht. Es sei denn, das ganze Leben wäre nur eine Fiktion und das Ausradieren eines Satzes, eines Absatzes, einer Seite oder gar eines Kapitels könnten einiges verändern und Dinge rückgängig machen, die man so nicht gewollt hat. Vordergründig nicht einmal Dinge, wie den letzten Abend oder meine angebliche Krankheit, sondern vielmehr tiefsinnigere Entscheidungen. Den Schulabbruch in der 11, weil ich lieber etwas Praktischeres machen wollte, als „dumm Zeit in der Schule zu verschwenden“, so meine damalige Meinung, oder die Trennung von meiner Freundin letztes Jahr. Ich bereue es so. Wie schön wäre es einfach ein paar Seiten zurückzublättern und das Leben neu zu schreiben. Und wenn es einem nicht gefällt, wieder neu anfangen.

Aber das Leben ist keine Geschichte. Stattdessen sitze ich hier immer noch auf meine Pizza wartend im Wohnzimmer. Ich hasse es zu warten, besonders wenn ich Hunger habe.

A3 – Fortsetzung – “Champion der Champignons”

Gedichte
19. Dezember 2009

Atemplage

PferdemaulDein Atem
Ein laues Lüftchen
Links aus der Ecke
Eine ungefragte Belüftung
Keineswegs minutenlang
Nein, den ganzen Abend
Ein Fön
Doch kein Trockner
Schweißtreibend
Eine regelrechte Plage

Es ist doch drückend
Da draußen
Nun auch links in der Ecke
Wegen dir und deines Atems
Wir wollen Abkühlung
Keine treibende Hitze
Wir wollen Substanz
Keine Schwafeleien

Ein Hitzeschock
Der seinesgleichen sucht
Der Gedanken austrocknet
Der Belanglosigkeiten fest einbrennt
Irgendwann die Stimmung weg brennt
Bevor es zu spät ist
Schließe doch bitte den Mund
Und beende diese Tortur
So schwer kann es doch nicht sein
Oder doch?