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Monatsarchiv für Februar 2010
Lose Gedanken
22. Februar 2010

Unvollendet und Unveröffentlicht #2

BaustelleOhne Titel
Er sah sich um und fühlte sich beobachtet, während er in seiner Tasche nach seinem Schlüsselbund wühlte. Doch als er sich umsah konnte er Niemand Verdächtiges erkennen. Der hier verkehrende Bus fuhr seine letzte Runde. Die Nachbarin von nebenan ging ihre letzte Runde mit ihrem Dalmatiner und auch der Besitzer des Kiosks gegenüber nahm seine letzte Runde, ehe er um Punkt 10 wie gewöhnlich seinen Laden abschließt. Es war alles wie immer. Und das war das, was er am meisten hasste. Es war das Leben in der ach so perfekten Vorstadt einer pulsierenden Stadt. Die Langeweile und die scheinbare heile Welt. Er wusste, dass sie nur eine Farce war und er dazu nicht einmal über den Tellerrand schauen musste. Seine eigene kleine Welt war die Kulisse schlecht hin. Schöne Fassade, aber nichts dahinter. Genau in diesem Moment, als er nach dem Schlüsselbund suchte, wusste er seit letzter Woche, betrog ihn seine Frau mit seinem besten Freund, anstatt wie gesagt im Solarium zu arbeiten.

19.04.2009

Umbruch (Urfassung zu Umbruch)
Ruhig, genüsslich, still
Damals das war’n die Zeiten
Jetzt die Frauen überall reiten
Das nicht jeder will
Hier und da und überall
Ganz alleine zu Ross
Selbst sein ihr Boss

Immer schneller an das Ziel
Für manch jedoch nur ein Siel
Der überläuft vor lauter Druss
Wo ist der Langvermisste Kuss?

Anfang 2005

Herzsprung
Ich brauche dich und vermisse dich
Wo bist du?
Bist du da? Willst du mich nicht hören?
Was ist los?

Ohne dich will ich nicht leben
Ohne dich muss ich sterben
Ich springe
Willst du das?

Komm zu mir
Die Zeit bleibt stehen
Stunden werden zu Sekunden
Minuten zu Tagen
Ein Augenblick

Die Ungeduld
Sie plagt mich immer noch
Ich beginne zu träumen und bin frei
Ich schmecke die Luft
Doch dann ein lauter Knall

Ich schwieg, keine Regung
Regungslose Stille
Mein Gesicht, ein Bild
Ich lächelte

26.11.2008

Gedichte
15. Februar 2010

Mitten in der Nacht

Mond
Der Wecker klingelt
Mitten in der Nacht
Unerwartet, durchbohrend
Die Welt noch stockfinster
Aufstehen in weiter Ferne
Selbst die Eulen schlafen

Doch ich bin hell wach
Sitze aufrecht im Bett
Stehe auf, gehe nach draußen
Heule wie ein Wolf
Renne durch die Straße
Wecke alle Nachbarn

Nach wenigen Augenblicken
Lege ich mich hundemüde wieder ins Bett
Schließe die Augen
Fange an zu schlafen
Und wache wieder auf
Mitten am Tag
Hundemüde

Gedichte
8. Februar 2010

Hoch hinaus

SetzlingDas Gesicht
trieft voller Sehnsucht
nährt dabei rings liegende Samen
Welchen einen Weg nach Oben suchen
Weg aus dem Untergrund
Hinein in die Sonne

Schnell überschießt Energie
Löst die Initialzündung aus
Eines neuen Setzlings
Der als immer größer werdender Spross
Seinen Platz in der Welt erobert

Jeder Zentimeter in Höhe und Breite
Bedeutet Stabilität und Sicherheit
Bald ist die Pflanze so stattlich,
Dass selbst Unwetter ihr nichts mehr tun
Und nur der Tod sie noch scheiden kann
Ein Leben lang

Gedichte
1. Februar 2010

Mundohr

MundEr spricht in roten Farben
Winkt ein Ohr herbei
Es soll nur zuhören
Sprechen soll allein der Mund
Dafür ist er gemacht

Wird er widerwillig geschlossen
Beißt er sich fest und lässt nicht los
Herrscht keine Aufmerksamkeit
Brüllt er in das abgelenkte Ohr
Betäubt es für kommende Flüstereien

Doch ohne Ohr ist er machtlos
So dann sein Gerede abprallt
Wie ein Schmetterball an einer Wand
Verzieht er bekümmert seine Miene
Beendet machtlos das bunte Reden
Und schweigt