Tag 16
Als ich morgens wie gewöhnlich durch meinen Radiowecker geweckt wurde, konnte ich meinen Ohren kaum trauen. In der Nähe meines Standes wurde gerade eben eine Frau erdrosselt aufgefunden. Weiteres ist bisher noch nicht zum Tathergang bekannt. Anders, als sonst jedoch – ich bin ein Morgenmuffel -, war ich dank dieser Nachricht direkt hellwach, weil ich mir Gedanken über die Person machte, welche gestern im Regen unbehelligt umherstreifte und dann ganz plötzlich vom Erdboden verschwand. War sie das Opfer? Ist sie nicht nur metaphorisch umgekommen, sondern wahrhaftig? Mitten am Tag in einer belebten Straße und keiner hat es bemerkt? Außer ich – der sie im Menschenwirrwarr verloren hatte. War ich deswegen schuldig? Hätte ich etwas tun können? Hätte ich sie suchen müssen? Aber selbst wenn, hätte ich sie wieder finden können, ehe es zu spät ist? Und was hätte ich tun können? Aber jetzt ist ehe alles zu spät. Viel zu spät. Sie ist tot. Verdammt.
Ein lauter Knall
Ich schaue in den Spiegel