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Damals - Neue Geschichte ab dem 27.02.'12
No One Night Kill
30. Januar 2012

No One Night Kill #1

“No One Night Kill #1″ ist der erste Teil der Fortsetzungsgeschichte D mit dem Arbeitstitel “No One Night Kill”.
Waschmaschinen „Was machst du hier?“ fragte er sie, während sein bester Freund sie von oben bis unten musterte. Er fuhr fort und schien gar nicht darauf zu warten, dass sie ihm eine Antwort lieferte. „Du scheinst hier neu zu sein. Ich sehe so etwas direkt auf den ersten Blick. Du siehst verschreckt aus. Wir tun dir nichts. Zumindest noch nicht. “ entgegnete er ihr. Sein bester Freund steckte im selben Moment sein Messer wieder in die vorgesehene Schnalle an seinem Ledergürtel. „Siehst du. Raphael packt es schon weg. Keine Gefahr. Woher kommst du?“. Bernadette bekam kein Wort hinaus, sah verschüchtert nach unten, dann zu dem Messer. Wo war sie hier gelandet? Würden ihre mutmaßlichen Mörder noch einen kleinen Small Talk führen, ehe sie von unten bis oben zerschlitzen würden?

Je mehr sie nachdachte, desto fester zementierten sich ihre Füße an der Stelle. Gleich musste sie daran glauben. Das wusste sie, als sie Raphael wieder mit seinem Messer spielen sah. Gleich würde er mit ihr spielen. Sie zuvor vergewaltigen und dann würde er sie umbringen. Wenn sie jetzt Widerstand leistete, wäre das Drama wahrscheinlich noch schlimmer. Mit „Hallo? Ich rede mit dir.“ wurde ihr Gang durch die Gedanken jeher gestoppt. „Wir werden dich jetzt noch nicht umbringen. Erst, wenn wir dich besser kennen. Wir stehen nicht so auf One Night Kills. Töten ohne Hintergrund. Wir wollen unsere Opfer kennenlernen. Eine Beziehung aufbauen und dann, wenn sich die Person in Sicherheit wiegt, eiskalt zuschlagen. Sozusagen eine wörtliche Trennung. Aber bisher weiß ich nicht mal, wie du heißt, woher du kommst. Also brauchst du dir bisher keine Sorgen machen.“ versuchte er sie zu beruhigen und ihre Worte wieder zu finden. „Erst wenn du mit mir freiwillig im Bett liegst, musst du dir Sorgen machen. Denn dann hat dein letztes Stündchen geschlagen. Dann wirst du schachmatt gesetzt. Dann werde ich dich mit meiner Liebe vergiften.“ Sie zuckte zusammen, seine Auflockerung der Situation schien nichts zu bewirken, es eher zu verschlimmern. Bernadette war den Tränen nah, doch nicht nur ihre Beine waren gelähmt, auch ihr Gesicht zeigte keine Regung mehr. Antonios Humor ließ sie kalt. Sie zitterte. „Antonio hat manchmal einen komischen Humor. Mach dir nichts daraus. Er tut dir nichts. Auch ich nicht“ rief ihr Raphael zu und streichelte unterdessen sein Messer. Sie glaubte ihnen nicht, gleich würde er ihre Beine streicheln und dann. Sie wollte es sich gar nicht weiter ausmalen, ihre Vorstellungen nur skizzenhaft bleiben lassen. Sie wollte kein blutverschmiertes Gemälde werden. Das stand fest, aber warum lief sie dann nicht fort. Es wäre sinnlos. Sie würden ihr ehe folgen. Sie waren zu zweit, sportlich und ihr körperlich überlegen. Sie hatte ehe keine Chance. Und ihre Energie bräuchte sie noch, wenn sich ihr eine gute Fluchtmöglichkeit böte. Wenn beide abgelenkt sind und sie nicht den alleinigen Fokus ihrer Aufmerksamkeit darstellte. Wenn sie nicht auf ihre Oberweite starren. Den ganzen Beitrag lesen »

Vertigo
26. Dezember 2011

Gedankenfresser

“Gedankenfresser” ist der sechste Teil der Fortsetzungsgeschichte A mit dem Arbeitstitel “Vertigo”.
Straße
[Fortsetzung von Wiese und Nichtwissen]

3 Minuten waren erst vergangen, die ihm jedoch wie eine kleine Ewigkeit vorkamen. Wie die 2 Stunden, die er verloren hatte. Stunden, die für immer ausradiert schienen. Er wusste nicht weiter. Was würde beim nächsten Blackout passieren? Er hielt inne, dachte an den letzten Abend zurück, die letzten Stunden, an das, woran er sich noch erinnern konnte. An die hellen Momente an diesem schwarzen Tag. Einem Tag, an dem die Sonne wollig hoch schien. Einem Tag, den der Großteil der Menschheit genoss – den auch er genießen würde, wenn er sich nicht in dieser misslichen Lage befände. Wilde Theorien über die vergangene Zeit kamen ihn in den Sinne und stellten ein Best – Of seiner letzten gesehenen Science– Fiction – und Horrorfilme dar. Wurde er von Außerirdischen entführt? Hat eine fremde Macht Besitz über ihn ergriffen? Dazu würde passen, dass er sich fremdartig fühlte. Alle Gedanken, die er dachte und Bewegungen, die er ausübte, kamen ihn fremdgesteuert vor. Nur, wenn ihm wirklich so etwas wiederfahren wäre, hätten seine Entführer sicherlich sauberer gearbeitet und nicht so stümperhaft, dass ihm solche Zweifel kämen. Sie hätten es so arrangiert, dass sich die ganzen Erlebnisse alltäglich anfühlen und nicht besonders. So, wie die letzten Stunden vor seinem Blackout. Er zweifelte. Hatte er vielleicht doch Recht mit seiner absurden Theorie? Und vielleicht hatten sie – seine Entführer – einfach einen kleinen Fehler bei seiner Neuprogrammierung gemacht und diese schlägt nun voll durch. Ein Fehler in der Matrix sozusagen. Aber wieso hatten sie gerade ihn auserwählt? Er war nicht besonders. Er hatte keinen tollen Job. Keinen Einfluss. Würden Außerirdische, Maschinen oder höhere Mächte nicht eher Jemanden auswählen, mit denen sie schnell Erfolg bei ihrer Invasion erreichen könnten? Oder hatten sie ihn einfach auserwählt, weil es nicht auffallen würde? Bei einem Wirtschaftsmogul oder Politiker wären sie vielleicht direkt aufgeflogen – vor allem bei so einer stümperhaften Durchführung?

Er hatte es. Vielleicht war er einfach nur der Versuchsballon? Der jetzt geplatzt war – wie das geplante Frühstück seiner Freunde. Nun war er vielleicht nutzlos geworden und wurde deswegen auf dieser Wiese wieder abgeladen, den eigenen Gedanken wieder überlassen. Vielleicht ist auch einfach nur die Verbindung zum Sendemast unterbrochen, der ihn über Funkwellen mit Informationen versorgt und so den Schein der Selbstbestimmtheit aufrecht erhält. Sein Handy hatte schließlich auch keinen Empfang. Vielleicht war er auch einfach in ein Funkloch gekommen? Er wusste es nicht. Eigentlich wusste er gar nichts. Eine plausible Antwort hatte er nicht. Stattdessen kamen ihm nur wilde Fantasien in den Kopf. Absurde Geschichten. Abnormale Erklärungen. Aber was war heute schon normal? Wenigstens fühlte sich das Gras normal an, dachte er sich, als er das Gras, welches er die letzten Augenblicke durch seine Finger gleiten ließ, verzweifelt zu Boden warf.

Bin ich vielleicht verrückt geworden? Aber wieso gerade ich? Wieso nur? Müsste ich dann nicht ausgefallenere Visionen haben? Von fliegenden Elefanten zum Beispiel? Und nicht so etwas recht langweiliges. Ich weiß keine Antwort darauf. Wer sollte mir auch schon helfen können? Gerade jetzt. Ich kann niemanden anrufen. Was soll ich tun? Darauf warten, dass ein Auto mich mit nimmt? Mit nach Hause? Mit auf einen Lösungsweg für dieses Dilemma? Eine Alternative scheint es wohl nicht zu geben – zumindest zurzeit. Ich schreite zur Straße und warte darauf, dass mich ein Auto mit nimmt. Nach wenigen Minuten werde ich erhört. Ein älteres Ehepaar erbarmt sich und hält an. „Wohin müssen sie?“ fragen sie mich und ich entgegne ihnen, dass ich in die nächste größere Stadt möchte. Weg von diesem Ort. Weg von dieser Wiese des Nichtwissens. Ich möchte wieder ein Champion werden und das wird der erste Schritt zum Sieg. „Wir können Sie aber nur bis Bad Salzberg mitnehmen.“ antworten sie mir. Doch dies ist mir gerade vollkommenen egal, da ich einfach hier fort möchte. Gedanken versunken fahren wir mit 70 Stundenkilometer fort von der Wiese. Fort in Richtung Heimat.

wird fortgesetzt

Geschichten
31. Oktober 2011

Halb Vier

Tür Es ist 3 Uhr und 29 Minuten. Jemand klopft an der Tür. Mitten in der Nacht. Wer könnte das nur sein? Der Person scheint es wichtig zu sein, so wie sie an die Tür hämmert. So, als wenn es um Leben und Tod geht. Aber ich mache nicht auf. Draußen ist auch alles ruhig. Wenn es wirklich die Polizei oder die Feuerwehr wäre, könnte man draußen bestimmt etwas sehen. Grelle Lichter, Leute in Panik, das ganze Programm eben. Bestimmt erlaubt sich jemand nur einen Spaß und ich wurde auserkoren, die Person des Tages zu sein. Wie lustig. Ich kann mich gar nicht mehr halten. Irgendwann wird es schon wieder aufhören. Solange ist mein Kopfhörer mein bester Freund. Bisschen durch die Musikbibliothek skippen. Aber wenn ich ehrlich bin, will ich jetzt eigentlich gar keine Musik mehr hören, sondern schlafen. Aber man lässt mich nicht. Es wird immer noch geklopft. Es ist mittlerweile schon 3 Uhr 31. Echt hartnäckig. Sollte ich vielleicht einfach die Tür aufreißen, laut „Ruhe“ rufen und dann die Tür wieder zuknallen? Aber dann hat die Person ihr Ziel erreicht. Dann hat sie Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. Und heute habe ich nichts zu verschenken. Pech gehabt. Kann das nicht mal aufhören? Gleich rufe ich die Polizei. Das werde ich tun. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Und ich kann mit einem Lächeln zu Bett gehen. Das wäre ein schöner Abschluss des Tages oder, besser gesagt, der Nacht. Auf eine Art bin ich auch neugierig g darauf, wer um diese Uhrzeit nichts Besseres zu tun hat, als andere Leute zu nerven. Kleine Kinder schlafen um halb vier schon. Die fallen also weg. Vielleicht besoffene Jugendliche oder ein Verirrter, der dringend auf Toilette muss? Ich wüsste es schon gerne. Sollte ich vielleicht doch zu Plan B übergehen und die Tür aufreißen? Aber was ist, wenn es ein Einbrecher oder noch schlimmer meine durchgedrehte Schwester ist? Das wäre zu gefährlich. Ich beneide andere Menschen um ihren Türspion, dann hätte ich zumindest das Problem nicht. Meine Neugier. Wir haben 3:32 und die Person klopft immer noch. Sekunden vergehen. 3:32:28. 3:32:57. 3:33:00. Stille. War es das jetzt? 3:35 Ist jetzt endgültig Ruhe eingekehrt? Ich glaube schon. Dann kann ich mich ja jetzt hinlegen und werde nie erfahren, wer da geklopft hat. Oder soll ich noch eben nachschauen, ob ich jemanden vielleicht noch bei der Flucht erwische? Aber das will die Person vielleicht auch nur. Ich lass es und lege mich hin. Wenn es dringend war, wird sie wiederkommen und
wenn nicht, war es ehe nur ein Scherz, auf den ich nicht reingefallen bin. Ist doch was.

Vollbremsung
26. September 2011

Vollbremsung

Vollbremsung ist der erste Teil einer neuen Fortsetzungsgeschichte mit dem Arbeitstitel “Vollbremsung”.
BremseEine Woche war vergangen. Eine unruhige Woche. Es ist viel passiert in der Zeit. Schöne Dinge, aber auch umso mehr unschöne Dinge. Eigentlich hauptsächlich unschöne Dinge. Wäre das Leben eine Waage würde es gewiss schief stehen und mich beziehungsweise uns nach unten drücken. Es wäre erdrückend. Zum Glück ist es das nicht. Wie sollte ich sonst mein Leben so schnell wieder ins Gleichgewicht bringen? Ich wäre echt überfragt. Nun gut. Vor nicht allzu langer Zeit war alles in Ordnung. Mein neuer Job war eine Wohltat. Meine Freundin eine Wonne. Und unsere neue Wohnung ein Traum. Es lief alles zu perfekt, wenn man es genau nimmt. Irgendwo musste doch ein Haken sein. Es stimmte einfach alles ausnahmslos. Wenn man die Zeit rückblickend betrachtet, war ich einfach blind. Wie konnte es passieren, dass ich nun vor den Scherben meiner Existenz stehe und nicht weiß, wie es weiter gehen soll. Wie konnte ich so erblinden? Obwohl mir Anfang des Monats noch glasklare Sicht bescheinigt wurde. Nicht nur von einem Augenarzt. Auch mein Chef lobte mich für meinen Einsatz und versprach mir eine baldige Extraentlohnung für mein Engagement. Von meiner Freundin brauche ich gar nicht erzählen. Wir schwebten auf Wolke 7 schwerelos durch unsere neue Wohnung. Nichts schien uns zu stoppen. Nichts schien mich auf meiner Erfolgsspur zu bremsen.

So dachte ich bis Montag. Als ein bisher unbekanntes Geschwindigkeitsbegrenzungsschild in meinem Leben aufgestellt wurde. Vorher galt nur der Grundsatz. Schneller, weiter und besser. Und nun sollte ich abbremsen. Kürzer treten. Alles langsamer angehen. Meine Firma wurde neu organisiert und mir wurde die Kündigung eingereicht. Bald werde ich arbeitslos sein. Ich, der noch vor kurzem, eigentlich bis Ende der davorliegenden Woche, die Sternschnuppe in meiner Firma war. Und würde es nach meinen Chef gehen, würde mein Weg weiter nach oben führen und ich würde weiter strahlen. Doch leider hat mein Chef nicht wirklich viel zu sagen. Zumindest, wenn es um die grundsätzliche Ausrichtung der Firma geht, muss mein Chef sich den Vorgaben der Muttergesellschaft beugen und die lautet Dezentralisierung. Ich will gar nicht näher darauf eingehen – nur auf das Ergebnis der „Umstrukturierung der Arbeitsorganisation“ : Kündigung. Ich werde nicht mehr gebraucht. Aber das ist leider nicht alles. Es wäre an für sich schon schlimm genug, aber das Leben würde ja weiter gehen. Vielleicht nicht in Höchstgeschwindigkeit wie bisher, aber es würde. Seitdem ich von der bevorstehenden Kündigung weiß und es meiner Freundin berichtet habe, streiten wir uns noch. Sie kann mich nicht verstehen. Dass mein Selbstbewusstsein zerschmettert wurde und die Kündigung einen gehörigen Angriff auf mein Ego darstellt, den ich zu verliere drohe. Ich soll mich nicht so haben. Ich werde schon was Neues bald finden. Vielleicht sogar etwas Besseres. Sie hat leicht reden. Sie hat ihre Stelle noch und kann weiter rasen. Ich jedoch wurde gebremst und wenn es so weiter mit uns geht, gleicht der Ablauf meines Lebens einer Vollbremsung. Es scheint nicht mehr weiter zu gehen. Der Tag auf der Arbeit plätschert so vor sich hin, seitdem ich davon weiß und der Tag zu Hause scheint auch nicht zu Ende zu gehen. Ich freue mich so sehr auf mein Bett, um weiter vom bisherigen – perfekten – Leben zu träumen. Verdammt. Ich will sie doch nicht auch noch verlieren. Sie ist so wunderbar. Ich liebe sie. Wenn es jedoch so weitergeht, wird auch mein Privatleben neu organisiert und das heißt „Trennung im Einvernehmen“. Das will ich einfach nicht, aber ich sehe es kommen. Eine Anweisung von ganz oben. Nicht aus der Zentrale in Los Angeles, sondern vom Schicksal, dass die Rendite steigen und neue Wege gehen will. Ob eine Kündigung nicht schon genug wäre, aber das scheint niemanden zu interessieren, erst recht nicht meine Freundin und meinen besten Freund sowieso nicht. Er hat kaum noch Zeit, seitdem er befördert wurde. Auch er meint, dass ich gelassen bleiben soll.

„Easy Going“. Wie ich das hasse. Ich will nicht gehen. Nicht, nachdem ich zuvor immer schnell durchs Leben gefahren bin. Ach egal. Wie soll ich nur gelassen bleiben können? Mein neues Auto bezahlt sich nicht von alleine und auch die geplante Reise muss storniert werden. Aber vielleicht hat er auf eine Art Recht. Wenn man zu schnell durch die Gegend fährt, verpasst man das Wesentliche. Er könne mir das Auto abkaufen. Dann würde ich erstmals keine Geldsorgen haben. Die habe ich zurzeit noch nicht, da ich gut abgefunden wurde. Aber ewig wird das auch nicht langen. Ich muss schnell etwas Neues finden. Und damit mein ich keine neue Freundin. Ein neuer Job muss her. Allein des Selbstbewusstseins wegen. Und nicht primär des Geldes – zumindest nicht jetzt sofort. Aber mich versteht ja keiner. Wieso sollte auch? Alle leben ihr Leben in der gewohnten Geschwindigkeit weiter. Nur ich nicht. Ich komme nicht hinterher. Es zieht sich alles so. Wäre vielleicht ein kompletter Neuanfang am besten? Ein Umstieg vom Flitzer zum Drahtesel? Zum bescheideneren Leben? Ich weiß es nicht. Zurzeit weiß ich kaum was. Nur, dass sich das Verhältnis im Leben wieder ändern muss. Und wenn ich dazu neue Wege gehen muss und durch die Umstrukturierung des Lebens die Belegschaft vielleicht ausgetauscht werden muss. Ich will es nicht, aber vielleicht habe ich keine andere Wahl? Wer weiß.

wird fortgesetzt

  • Teil 1: “Vollbremsung”