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2010
Geschichten
27. Dezember 2010

Der Schnitt

SchnittHallo Maren,

eigentlich wollte ich dir nie wieder schreiben. Du hast mich richtig enttäuscht. Ich war niedergeschlagen, als ich bemerkt habe, wie du wirklich bist. Ich konnte kaum mehr schlafen. Immer kreisten die Gedanken um dich. Du hast mich eingenommen. Ich konnte nicht mehr anders. Ich war zu schwach? Du hast mich ausgezehrt, wie ein Parasit seinen Wirt. Ein Parasit, der entweder am Ende als Gewinner über seinen Wirt dasteht oder rechtzeitig abgeschüttelt werden kann, bevor er vollkommen vereinnahmt und das letzte lebendige aussaugt. Beinahe hättest du gewonnen. Ich war am Ende. Du hast mir nicht gut getan. Vielleicht war dir das nicht bewusst? Vielleicht war deshalb mein Schnitt für dich unverständlich? Aber ich musste handeln ehe sich deine Ranken sich noch hätten weiter in mich hineinbohren können. Du hast es vielleicht nicht absichtlich gemacht. Du brauchtest vielleicht nur Nahrung? Und ich war eine leichte Quelle. Anfangs habe ich es sogar genossen. Aber da war es noch eher eine Partnerschaft. Ein Geben und ein Nehmen. Am Ende hast du nur noch genommen, aber nichts mehr gegeben. Ich sollte alles für dich tun. Aber für mich? Für mich warst du nicht mehr da, weil du nur noch mit dir beschäftigt warst. Mit deiner kleinen Welt. Ich entschuldige. Großen Welt. Du wolltest hoch hinaus. In den Himmel wachsen. Karriere hier, Karriere da. Aber wo war ich? Ich sollte dir nur den Rücken freihalten. Dir Stabilität geben. Dafür war ich da. Mehr war da doch nicht mehr. All das Schöne, was uns verbunden hat, ist abgestorben mir der Zeit. Auch wenn es schade ist. Und auch wenn du jetzt nicht mehr weiter weißt. Ich kann nicht anders reagieren, als dich jetzt abzuschütteln. Ich muss auch an mich mal denken. Sonst gehe ich irgendwann zu Grunde. Wegen dir. Es tut mir leid. Ich hätte dir eher Bescheid sagen können. Das muss ich zugeben, aber ich war zu schwach. Zu verblendet von der Sonne am Himmel. Von dir. Vielleicht hätten wir dann noch einen Kompromiss finden können. So, dass wir beide hätten miteinander leben können. Nun ist es zu spät. Lebe wohl.

Max

Gedichte
20. Dezember 2010

Tauben

TaubenIch esse gerne Tauben
Sie schmecken so gut
Geben keine Widerworte,
Wenn ich sie mir schenkelweise einverleibe

Ich esse gerne Tauben
Weil ich frei bin
Weil ich es mir leisten kann
Jeden Tag ein ganzes Dutzend

Ich esse gerne Tauben
Weil nicht jeder gerne Tauben isst
Weil mir ein Hähnchen zu gewöhnlich ist
Weil es mir schmeckt

Deswegen esse ich gerne Tauben
Und nur deswegen alleine
Esse ich Tauben so gerne
Denn Tauben sind toll

Gedichte
13. Dezember 2010

Rätsel

AugeIch sehe dich
Doch dann wieder nicht
Du schaust mir zu
Deine Augen sind geöffnet

Die Gedanken doch verschlossen
Du lässt niemanden teilhaben
Was du gerade siehst und denkst
Du scheinst ummantelt

Du zwinkerst leicht
Doch ich weiß nicht, wieso
Hast du etwas ins Auge bekommen?
Oder willst du, dass ich zu dir komme?

Ich weiß es nicht
Du lässt es nicht wissen
Vielleicht weißt du es selber nicht
Es ist ein Rätsel

Du bist ein Rätsel
Eins, das es zu knacken gilt
Um dich zu verstehen
Um nicht selbst ein Rätsel zu werden
Die Zeit läuft

Gedichte
6. Dezember 2010

Strahlen

Du bist warm
Stahlst hell
Ich schließe die Augen
Um nicht geblendet zu werden
Doch selbst im Dunklen sehe ich nur dich
Ich kann nicht schlafen
Kann nichts mehr sehen
Kann nichts mehr machen
Bin blind
Du bist es schuld
Denn du raubst mir die Sicht
Bis zum Horizont der Gedanken

Doch beklagen kann mich nicht
Und will ich auch nicht
Denn es ist schön so
Schön mit dir
Mir ist warm
Danke