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August
Lose Gedanken
29. August 2011

Lose Gedanken #2

Unter Lose Gedanken werden in loser Folge bisher unveröffentlichte oder unvollendete Gedanken veröffentlicht. Aber auch Erstentwürfe zu schon veröffentlichen Gedanken finden hier ihren Platz.
Buchstaben

Der Apfel

Ich pumpe Luft hinein
Literweise
Bis aus dem alten Apfel
Vorher verschrumpelt
Ein knallroter Leckerbissen
Nun Prall und saftig
Geworden ist
Ein echter Gaumenschmaus

Gerade erblickt
Lässt du ihn auf der Zunge zergehen
Diesen Apfel
Du genießt den Moment
Jeder Bissen ein Erlebnis
So schön saftig
Und so frisch

Denkst du
Doch übersiehst meine Farce
Vor lauter Gaumenfreude
Denn du liebst Äpfel
Vom ganzen Herzen
Und merkst so nicht
Wie mit jedem Bissen
Immer mehr Luft entweicht
Lächelst nur stattdessen
Guten Appetit

15.10.2010

Spieglungen

Hast du das gehört?
Hast du das gesehen?
Warst du dabei?
Wie hat es dir gefallen?

Warum stellst du so viele Fragen?
Warum belästigst du mich?
Nein ich war nicht dabei
Es interessiert mich einfach nicht

22.02.2010

Gedichte
22. August 2011

Trommeln

TrommelnTrommeln trommeln
Den Klang der Stille
Den Moment des Wartens

Mit jedem Schlag
Wird der Ton dumpfer
Die Entscheidung rückt näher

Werde ich es gewinnen?
Werde ich verlieren?
Bald hat das Bangen ein Ende

Gleich ist es soweit
Sie hämmern immer schneller
Dann steht die Entscheidung an

Ich habe es nicht geschafft
Ein Schlag ins Gesicht
Ein Takt des Scheitern
Verloren

Gedichte
15. August 2011

Geschichte

EndeDen Kopf umblättern
Zitternd das Nächste lesen
Die ersten Sätze fallen
Momente wenden sich
Was wird passieren?
Wie wird es ausgehen?

Der Anstieg steil
Hände tropfen
Der Blick verschwimmt
Wird eins mit der Umwelt
Welche sich rasend ändert
Luft dünnt aus

Jeder Schritt wird mühsam
Nervenzerrend
Der Gipfel in Ferne
Das Ende nicht absehbar
Der Ausblick spannend
Die Geduld am Ende

Oben angekommen alles anders
Der Beginn entfremdet
Der Ausblick entschädigend
Der Weg zurück ein langsamer Fall
In unbekannte Tiefe
Ich schließe das Buch
Ich hab es genossen

Gedichte
8. August 2011

Fütterung

Ich fühle mich schwer
Mein Kopf hat zugenommen
Kann mich nicht mehr bewegen
Komm‘ nicht von der Stell‘

Ich werde immer dicker
Meine Gedanken immer mehr
Werd‘ weiter noch gefüttert
Doch ich will nicht mehr

Wann hat das alles denn ein Ende?
Wann ist der Spuk zu Ende?
Ich bin doch längst schon gesättigt
Ich kann nicht mehr

Doch hab‘ ich eine Wahl?
Muss doch noch einiges schaffen
Bergweise Arbeit erledigen
Es ist eine Qual

Gedichte
6. September 2010

Sonne

SonneMein Herz will sich öffnen
Der Sonne entgegen
Doch die Sonne ist untergangen
Sie scheint nicht mehr
Es ist dunkel
Es ist schwarz
Es ist kalt
Du schaust traurig drein
Dir ist kalt
Du suchst die Sonne
Suchst die Wärme
Suchst die Energie
Möchtest in die Höhe
Möchtest Alles
Doch es ist Nacht
Und der Tag so fern
An dem alles wahr wird
Halte durch
Leg dich schlafen
Und werde geweckt durch die Sonne
Dann wenn alles wahr wird
Öffnet sich dein Herz
Und uns wird warm

Geschichten
30. August 2010

Verdorbene Erdbeeren und aufgelöste Orange

Leerer KartonHeute habe ich mir vorgenommen, etwas aufzuräumen. Alte Geschichten ad acta zu legen und Platz für neues zu machen. Etwas Ordnung schaffen im Gedankenchaos, das sich im Laufe der Zeit im Kopf ausgebreitet hat. Viel Arbeit wartet auf mich, doch irgendwann muss es mal getan werden, ehe sich immer mehr anhäuft und somit das Trennen von sinnvollen und sinnlosen Erinnerungen zu einem einzelnen Kraftakt wird. Wirklich motiviert bin ich trotzdem oder dennoch nicht. Der erste Schritt ist immer der schwierigste. Danach geht es eigentlich wie von selbst. Doch dazu muss erst einmal die ganze Maschinerie in Gang gesetzt werden. Die Initialzündung gesetzt werden. Es müssten die Umzugskartons gefalten werden. Dann sortiert werden. Oder erst sortiert und dann gefalten. Oder gar nicht gefalten und ein anderer Aufbewahrungsort gesucht werden. Kein großes Problem, aber unmotiviert eine fast unmögliche Tat. Besonders, wenn so viele andere spannendere Dinge warten. Aber ich habe es mir vorgenommen und deswegen werde ich es heute durchziehen. Das werde ich und wenn nicht, habe ich es zumindest versucht. Der Wille zählt ja auch einiges.

Aber wo soll ich anfangen? Es wartet ein ganzer Berg auf mich. Postkarten aus dem letzten Urlaub, die ganzen Fotos, alte Rechnungen, Geschenke, Erinnerungen. Die Rechnungen können glaube ich sicher entsorgt werden, da die Garantiezeit abgelaufen ist und sie keine Bedeutung mehr haben. Aber wie soll ich den Rest bewerten? Foto Was ist z.B.: mit dem Pizzakarton, der vor etlichen Jahren als origineller Geldcouvert herhalten musste oder mit der Konzertdvd von der Band Orange, die ich früher vergöttert habe. Letztens habe ich sie mir nach längerer Zeit wieder angeschaut und konnte kaum noch nachvollziehen, was ich an Orange gefunden habe. Alleine die Zugabe des Konzertes holt noch das Lächeln vergangener Tage hervor. Der Rest langweilt mich einfach nur noch und ist schon vielmals da gewesen. Aber Zeiten ändern sich bekanntlich und Zeiten ändern Leute. Auch wenn es manchmal schade ist, wenn man früheren Favoriten nichts mehr abgewinnen kann und nur noch müde belächeln kann. Wie soll es weitergehen? Fürs Wegwerfen ist sie gewiss zu schade, da ein Haufen Erinnerungen an den Sommer hängen, indem ich Orange zum ersten und letzten Mal gesehen habe. Danach haben sie sich getrennt und ich hab mich in das, was mir von ihnen geblieben, geflüchtet – in diese DVD. Ich war echt verzweifelt damals. Eigentlich lächerlich, wenn man bedenkt, dass es nur eine – nicht mal besonders gute – Band war. Ich glaube, ich werde sie behalten. Ein Relikt an zu vergessen drohende Tage. Ja.

Der Brief von Magdalene kann jedoch weg. Wir haben keinen Kontakt mehr und jedes Mal, wenn ich diesen Abschiedsbrief lese, kommt alles wieder hoch. Besser weg damit, endgültig abschließen und dann den Schlüssel an einen geheimen Ort verstecken. Seufz. Das ist der Nachteil beim Aufräumen. Es kommen auch immer niederschmetternde Erinnerungen ans Licht und wenn nur kurz. Foto2 Ich brauche eine Pause und etwas zum Essen für neue Energie. Ich hätte Appetit auf Erdbeeren. Das war ihr Lieblingsessen. Im Sommer manchmal ihre einzige Mahlzeit. Sie liebte Erdbeeren und ich liebte sie. Doch jetzt ist sie fort. Weggegangen. Eine Geschichte ohne Happy-End. Ich denke, es ist besser aufzuhören für Heute, bevor noch weitere Wunden aufgerissen werden. Morgen ist ja auch noch ein Tag und etwas Distanz tut ganz gut. Ich packe alle Sachen wieder zusammen ins Regal und schalte den Fernseher an. Wenn schon kein Happy-End in der Realität, dann zumindest hier, denke ich mir und schaue gebannt den Film.

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