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Februar
Morgen
27. Februar 2012

Damals

“Damals” ist der zweite Teil der Fortsetzungsgeschichte B mit dem Arbeitstitel “Morgen”.

[Fortsetzung von Morgen]

Hallo Christian,
du erwartest nicht wirklich eine Antwort, oder etwa doch? Wenn ja, würde es mich sehr wundern, aber da ich heute einen guten Tag habe und da man zudem bekanntlich jeden Tag eine gute Tat vollbringen soll und ich dies noch nicht getan habe, werde ich dir hiermit – ungefragt – eine liefern. Deswegen erwarte ich auch keine Antwort auf meine Frage. Sie war ehe nur rhetorisch. Ich weiß, dass du dich nach einer Antwort sehnst. Mir würde es genauso gehen. Aber eigentlich weißt du doch bereits die Antwort, oder? Du willst nur eine Bestätigung. Auf Nummer sicher gehen. Kein Risiko eingehen. Also hier ist deine Antwort. Aber ob sie dich befriedigen wird? Ich denke nicht. Ich bin mir sicher, dass sie dich eher verunsichern wird. Also genau das Gegenteil von dem, was du dir versprichst. Willst du immer noch eine Antwort haben? Unter diesen schlechten Vorzeichen? Sie wird dich zermürben. Du wirst dich nur noch fragen, warum du dich damals nicht anders verhalten hast. Es wird dir Niemand antworten. Dir eine klärende Antwort darauf geben. Du wirst alleine da stehen. Fragend, Zweifelnd. Mich brauchst du gar nicht fragen. Willst du das wirklich? Wenn nein, musst du jetzt aufhören zu lesen. Ich würde es dir raten, aber, wie ich dich kenne, wirst du es nicht können. Mach mir keine Vorwürfe. Ich habe dich gewarnt. Mehrmals. Wenn du es nicht wissen willst, musst du jetzt stoppen.
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Gedichte
20. Februar 2012

Schwamm

SchwammIch sauge mich voll
Nehme alles in mir auf
Was sich in der Welt verteilt
Was von deinen Augen auf mich tropft

Wenn ich gebraucht werde,
Bin ich zu Stell
Um die Welt zu säubern
Das Geschehene wegzuwischen

Manchmal bin ich jedoch selbst schwerfällig
Mein Kopf von alle dem so ausgefüllt
Dass ich von dir gedrückt werden muss
Um den ganzen Schmutz zu entleeren

Erst danach bin ich wieder ganz da
Für dich und alle anderen
Für Kummer und Klagen
Jedes Mal

Gedichte
13. Februar 2012

Verloren

SchlüsselEin Tag ist vergangen
Ein Tag seitdem ich dich verloren habe
Seitdem du nicht mehr da bist
Du bist einfach weg
Unauffindbar

Ich habe dich verloren
Am gestrigen Tage
Wann genau weiße ich nicht
Ich hatte zu viel zu tun
Zu viel zu behalten

Seitdem du weg bist
Sind alle Türen verschlossen
Die vorher offenstanden
Der Einlass ist mir verwehrt
Ich werde abgewiesen

Ich bin ratlos
Ich hatte doch viel zu tun
Warum habe ich nicht besser aufgepasst?
Dich nicht besser verstaut
Warum nicht?

Dann würde ich jetzt nicht warten
Vor verschlossener Tür stehen
Frieren in eisiger Kälte
Und auf den Schlüsseldienst warten
Selbst schuld

Gedichte
6. Februar 2012

Reise

KofferDie Koffer gepackt
Alles Wichtige vergurtet
Verstaut für die Reise
Weg von hier in die Ferne
Aus dem verkühlten Alltäglichen
Ins wollige Sonnenparadies

Blitze begleiten den nahenden Abschied
Regen prasselt nieder
Flutet die Situation
Schwimmt Vergangenes hinaus
Reißt mich mit
Drückt mich hinaus

Durch die geöffnete Tür
Mit aller Wucht und Kraft
Der Sonne entgegen
Fort von dir
Lebe wohl
Willkommen Urlaub

Lose Gedanken
28. Februar 2011

Unvollendet und Unveröffentlicht #7

David gegen Paul

MofaGleich würde er mich haben. Nur noch wenige Augenblicke bleiben. Ich bin einfach zu langsam und er ist motorisiert. Ein Kampf David gegen Goliath. Mann gegen Maschine. Die Alarmsirenen heulen immer lauter. Verstecken kann ich mich nicht mehr. Er hat mich schon längst anvisiert, um mich zu stellen. Mich zu verhören. Darauf hat er gewartet, seitdem wir uns kennen. Bisher konnte ich im letzten Moment immer gekonnt fliehen und meine letzte Stunde hinauszögern. Doch jetzt hat die Stunde zweimal geschlagen. Es ist zu spät. Er würde alles aus mir rausquetschen, wenn er nur lange genug wartet. Lange kann ich ihm nicht standhalten. Selbst die stärksten sind bisher elendig zusammengebrochen, wenn er seine berüchtigte Folter anwendet. Das weiß er auch, oder auch nicht. Manchmal glaube ich, dass Paul sich seines Talentes gar nicht bewusst ist. Er ist der Meister des Nervens schlechthin und beherrscht das komplette Programm, angefangen von schlechten Witzen über sinnlose Fragen bis langweilige Schilderungen seines letzten Urlaubes im Harz. Bei Paul wird sogar ein spannender Thriller zu einem gemächlichen Rosamunde-Pilcher-Roman. Egal, ob bewusst oder unbewusst, er ist einfach fürchterlich und jetzt hat er mich fast gestellt. Wie soll ich das nur aushalten?

Doch zu meiner Überraschung bremst Paul nicht ab, sondern beschleunigt. Er grüßt nicht einmal. Stattdessen holt er alles aus seinem Mofa raus. Ein Motorrad war nichts gegen seine rote Dora, wie er es liebevoll nannte, seitdem er es auf einem Trödel erworben hatte. Ich hab Schwein gehabt, er hat mich verschont. Wieso und warum ist mir jetzt egal.

11.07.2009

Zerhackt

Ist das Wetter nicht schön?
Die Sonne scheint
Alle Menschen sind glücklich
Ich auch – du etwa nicht?

Ja sicher bin ich es
Alle Menschen sind glücklich
Solche Fragen stellt man nicht
Kritische Gedanken sind unerwünscht
Niemand will sie haben
Sie sind verboten
Ungeduldet

Fang erst gar nicht
Denk‘ nicht darüber nach
Wie es wäre, wenn
Bradrbnd
Beschnitten
Zermürbt
Zerhackt

02.01.2010

Gedichte
21. Februar 2011

Neues Meer

WasserEinzelne Gedanken
Vereint zu einem Ganzen
Zu einem Gewässer
Welches durch den Kopf rauscht
Unbestimmt und doch bemerkbar
Scheinbar untrennbar

Nur langsam plätschern Einzelheiten
Vom Unterbewussten herab ins Bewusste
Vom verbogenen Plateau ins weite Land
In ein Sammelbecken der Ideen
Welches durch jeden Einfall angereicht wird
Sich immer mehr zu stauen beginnt

Diesseits verharren sie so lange
Bis Tropfen wieder zu einem Ganzen werden
Als Sammelsurium von Ideen
Irgendwann ins Meer des Alltags
Frisch zu Tage geflutet werden
Altes verdrängend
Die Leute mit Neuem erfreut