Damals
“Damals” ist der zweite Teil der Fortsetzungsgeschichte B mit dem Arbeitstitel “Morgen”.
[Fortsetzung von Morgen]
Hallo Christian,
du erwartest nicht wirklich eine Antwort, oder etwa doch? Wenn ja, würde es mich sehr wundern, aber da ich heute einen guten Tag habe und da man zudem bekanntlich jeden Tag eine gute Tat vollbringen soll und ich dies noch nicht getan habe, werde ich dir hiermit – ungefragt – eine liefern. Deswegen erwarte ich auch keine Antwort auf meine Frage. Sie war ehe nur rhetorisch. Ich weiß, dass du dich nach einer Antwort sehnst. Mir würde es genauso gehen. Aber eigentlich weißt du doch bereits die Antwort, oder? Du willst nur eine Bestätigung. Auf Nummer sicher gehen. Kein Risiko eingehen. Also hier ist deine Antwort. Aber ob sie dich befriedigen wird? Ich denke nicht. Ich bin mir sicher, dass sie dich eher verunsichern wird. Also genau das Gegenteil von dem, was du dir versprichst. Willst du immer noch eine Antwort haben? Unter diesen schlechten Vorzeichen? Sie wird dich zermürben. Du wirst dich nur noch fragen, warum du dich damals nicht anders verhalten hast. Es wird dir Niemand antworten. Dir eine klärende Antwort darauf geben. Du wirst alleine da stehen. Fragend, Zweifelnd. Mich brauchst du gar nicht fragen. Willst du das wirklich? Wenn nein, musst du jetzt aufhören zu lesen. Ich würde es dir raten, aber, wie ich dich kenne, wirst du es nicht können. Mach mir keine Vorwürfe. Ich habe dich gewarnt. Mehrmals. Wenn du es nicht wissen willst, musst du jetzt stoppen.
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Ich sauge mich voll
Ein Tag ist vergangen
Die Koffer gepackt
Gleich würde er mich haben. Nur noch wenige Augenblicke bleiben. Ich bin einfach zu langsam und er ist motorisiert. Ein Kampf David gegen Goliath. Mann gegen Maschine. Die Alarmsirenen heulen immer lauter. Verstecken kann ich mich nicht mehr. Er hat mich schon längst anvisiert, um mich zu stellen. Mich zu verhören. Darauf hat er gewartet, seitdem wir uns kennen. Bisher konnte ich im letzten Moment immer gekonnt fliehen und meine letzte Stunde hinauszögern. Doch jetzt hat die Stunde zweimal geschlagen. Es ist zu spät. Er würde alles aus mir rausquetschen, wenn er nur lange genug wartet. Lange kann ich ihm nicht standhalten. Selbst die stärksten sind bisher elendig zusammengebrochen, wenn er seine berüchtigte Folter anwendet. Das weiß er auch, oder auch nicht. Manchmal glaube ich, dass Paul sich seines Talentes gar nicht bewusst ist. Er ist der Meister des Nervens schlechthin und beherrscht das komplette Programm, angefangen von schlechten Witzen über sinnlose Fragen bis langweilige Schilderungen seines letzten Urlaubes im Harz. Bei Paul wird sogar ein spannender Thriller zu einem gemächlichen Rosamunde-Pilcher-Roman. Egal, ob bewusst oder unbewusst, er ist einfach fürchterlich und jetzt hat er mich fast gestellt. Wie soll ich das nur aushalten?
Einzelne Gedanken