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Geschichten
Lose Gedanken
30. April 2012

Lose Gedanken #4

Unter Lose Gedanken werden in loser Folge bisher unveröffentlichte oder unvollendete Gedanken veröffentlicht. Aber auch Erstentwürfe zu schon veröffentlichen Gedanken finden hier ihren Platz.
Regen auf Fenster

Sonnabend

Es war ein Sonnabend. Ein schöner Tag. Ein regnerischer Tag. Ein Tag, den ich am liebsten wieder vergessen würde. Den ich hiermit vergessen werde. Das ist ein Abschiedsbrief an diesen Tag. An diesen Tag, der seit dem 27. Juni 2009 bis jetzt bei mir zu Gast war. Ungefragt, unerwünscht. Meine Gastfreundlichkeit ist aufgebraucht. Du hast es dir zu lange häuslich bei mir gemacht. Heute musst du verschwinden. Verschwinde einfach und lass dich nie wieder bei mir blicken. Ich brauche Platz für neue Gäste. Du fragst dich wieso? Das kann ich dir genau sagen. Es fing alles wie gewöhnlich an. Du solltest anfänglich ein alltäglicher Gast sein. Tage, wie du, so schien es, gingen hier tagein ein und aus, aber du warst anders. Das wusste ich jedoch noch zu Beginn nicht, als du an meine Tür geklopft hast – mitten in der Nacht. Du wolltest 24 Stunden mein Gast sein und dann wolltest du wieder abreisen. Keine Schwierigkeiten machen war deine Devise und meine Regel, so dass ich mich freute, dich begrüßen zu können. Unsere ersten Stunden waren nicht sonderlich aufregend. Ich habe geschlafen, weil ich ziemlich müde war von Gestern. Von meinen gestrigen Besuch. Und du? Ich weiß nicht genau, was du in der Zeit gemacht hast. Laut warst du zumindest nicht. Als ich wach wurde, haben wir beide etwas unternommen.

12.08.2011

Ohne Titel

Ein Nicken
Umsicht
180
Wo geht es weiter?

Nicht umdrehen
Orientieren
Den Weg ins Ziel finden
Nicht irren

Gerade aus
Schnellen Schrittes
Und Lächeln

29.04.2010

No One Night Kill
26. März 2012

Die rote Bluse – Ein Tagebucheintrag zu „No One Night Kill“

Bei “Die rote Bluse” handelt es sich um einen Tagebucheintrag der Protagonistin Bernadette, der Ereignisse, die vor dem ersten Teil der Fortsetzungsgeschichte D mit dem Arbeitstitel “No One Night Kill” passiert sind, beleuchtet.

Liebes Tagebuch, liebe Leser,

Bowlingkugelnich habe lange überlegt, ob ich dir schreiben soll. Ob ich dir erzählen soll, warum meine Bluse von Rotwein durchtränkt wurde. Wie es dazu gekommen ist? Erst dachte ich mir, dass es vielleicht langweilig ist. Wer ist nicht mal tollpatschig? Ich kenne kaum jemanden, der es nicht ist. Es kommt eher auf die Häufigkeit an. Manche sind es weniger, manche häufiger. Aber Tollpatschigkeit an sich ist kein einmaliges Charaktermerkmal. Also wieso erzähle ich davon? Ich erzähle es, damit du oder besser gesagt ihr mich besser versteht. Damit ihr einschätzen könnt, warum ich das und das mache. Damit ihr wisst, was ich in dem Moment gedacht habe und damit ihr euch besser in mich hinein versetzen könnt. Die Beschreibung, wie es dazu gekommen ist, ist also nur Mittel zum Zweck und nicht der Zweck oder gar das Ziel, die Intention, die ich hiermit verfolge. Ich glaube, dann würde das hier niemand lesen. Wieso auch? Wenn es lustig ist, vielleicht schon. Aber nicht jeder kann über sich selbst lachen. Meine beste Freundin kann das, mein Vater oder auch mein Chef. Aber ich nicht. Ich kann es nicht. Selbstironisch bin ich schon gar nicht. Mir ist alles eher unangenehm, was meine Person betrifft. Zumindest Störungen im alltäglichen Betriebsablauf, der sich Leben nennt. Dann werde ich manchmal ziemlich unsicher und kriege rote Wangen. Sozusagen ein Signal an meine Umwelt: Achtung – Peinlichkeitsalarm. In solchen Momenten würde ich am liebsten verschwinden. In den Boden versinken. Aber leider wurde so etwas noch nicht erfunden. Weswegen ich entweder warte bis meinen Wangen wieder eine normale Farbe annehmen oder ich einfach das Weite suche. Heißt also, dass ich einen ganz wichtigen Termin vergessen habe und deswegen ganz schnell weg muss. Ich denke, viele, die mich besser kennen, haben so etwas schon gedacht. Nicht wahr? Und für alle anderen. Nein, ich bin nicht zehnmal im Monat beim Arzt, bin in keinem Fanclub und habe schon gar nicht vergessen, den Napf meines Hundes zu füllen. Ich habe gar keinen Hund. Geschockt?

Ich hoffe nicht und wenn doch, Entschuldigung. Es tut mir leid. Aber was würdet ihr machen? Ach, ihr werdet ja nicht so schnell verlegen. Aber Manchmal hat mein Peinlichkeitsalarm aber auch etwas Praktisches. Manche lassen mich in Ruhe, weil sie sehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Das ist manchmal nützlich, andere wiederum bohren, fragen nach, was denn los sei. Ob mir etwas unangenehm sei? Ja ist es. Jetzt wisst ihr es. Fragt nicht mehr so scheinheilig und lasst mich ab sofort damit in Ruhe. Verstanden? Wenn nicht, dann werde ich wohl weiter rot werden, ihr werdet mich nerven, ich werde nichts sagen, weil ich mit anderen Gedanken beschäftigt bin. Manchmal ist es ziemlich nervig. Dass meine Wangen erröten. Dass ich dann nichts sagen kann. Ich hasse diese Momente. Einen Moment, wie letzten Freitag. Wir waren bowlen. Wir, das heißt Christina, meine beste Freundin, Jannes, ihr Freund, Kathrin, eine weitere Freundin und Paul. Ich bin nicht sonderlich gut darin. Ich bin nur mitgekommen, weil Paul und Jannes mal wieder bowlen wollten und ich kein Spielverderber sein wollte. Aber von mir aus hätten wir auch was anderes machen können. Aber gut. Der Abend fing ganz locker an. Jannes warf ein paar Strikes. Wie immer. Er räumt einfach alles ab. Vielleicht macht mir Bowlen deswegen auch keinen Spaß. Jannes gewinnt immer. Dagegen habe ich keine Chance. Aber der Abend war trotzdem schön. Wir haben viel gelacht, geflucht, getrunken, gegessen und Paul auch geraucht. Ich rauche selber nicht. Als die obligatorische Siegerehrung bevorstand und Jannes zum Sieger gekürt wurde, passierte mir etwas Peinliches. Ich habe nicht damit gerechnet. Als ich Jannes gratulieren wurde, fiel ich um. Einfach so oder auch nicht. Ich weiß es nicht. Mir wurde schwarz vor Augen. Das Licht ging aus. Ende. Wieso ich umkippte, war mir nicht ganz klar. War ich gestolpert oder wirkte der Alkohol? Weiter lesen »

Morgen
27. Februar 2012

Damals

“Damals” ist der zweite Teil der Fortsetzungsgeschichte B mit dem Arbeitstitel “Morgen”.

[Fortsetzung von Morgen]

Hallo Christian,
du erwartest nicht wirklich eine Antwort, oder etwa doch? Wenn ja, würde es mich sehr wundern, aber da ich heute einen guten Tag habe und da man zudem bekanntlich jeden Tag eine gute Tat vollbringen soll und ich dies noch nicht getan habe, werde ich dir hiermit – ungefragt – eine liefern. Deswegen erwarte ich auch keine Antwort auf meine Frage. Sie war ehe nur rhetorisch. Ich weiß, dass du dich nach einer Antwort sehnst. Mir würde es genauso gehen. Aber eigentlich weißt du doch bereits die Antwort, oder? Du willst nur eine Bestätigung. Auf Nummer sicher gehen. Kein Risiko eingehen. Also hier ist deine Antwort. Aber ob sie dich befriedigen wird? Ich denke nicht. Ich bin mir sicher, dass sie dich eher verunsichern wird. Also genau das Gegenteil von dem, was du dir versprichst. Willst du immer noch eine Antwort haben? Unter diesen schlechten Vorzeichen? Sie wird dich zermürben. Du wirst dich nur noch fragen, warum du dich damals nicht anders verhalten hast. Es wird dir Niemand antworten. Dir eine klärende Antwort darauf geben. Du wirst alleine da stehen. Fragend, Zweifelnd. Mich brauchst du gar nicht fragen. Willst du das wirklich? Wenn nein, musst du jetzt aufhören zu lesen. Ich würde es dir raten, aber, wie ich dich kenne, wirst du es nicht können. Mach mir keine Vorwürfe. Ich habe dich gewarnt. Mehrmals. Wenn du es nicht wissen willst, musst du jetzt stoppen.
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Vertigo
26. Dezember 2011

Gedankenfresser

“Gedankenfresser” ist der sechste Teil der Fortsetzungsgeschichte A mit dem Arbeitstitel “Vertigo”.
Straße
[Fortsetzung von Wiese und Nichtwissen]

3 Minuten waren erst vergangen, die ihm jedoch wie eine kleine Ewigkeit vorkamen. Wie die 2 Stunden, die er verloren hatte. Stunden, die für immer ausradiert schienen. Er wusste nicht weiter. Was würde beim nächsten Blackout passieren? Er hielt inne, dachte an den letzten Abend zurück, die letzten Stunden, an das, woran er sich noch erinnern konnte. An die hellen Momente an diesem schwarzen Tag. Einem Tag, an dem die Sonne wollig hoch schien. Einem Tag, den der Großteil der Menschheit genoss – den auch er genießen würde, wenn er sich nicht in dieser misslichen Lage befände. Wilde Theorien über die vergangene Zeit kamen ihn in den Sinne und stellten ein Best – Of seiner letzten gesehenen Science– Fiction – und Horrorfilme dar. Wurde er von Außerirdischen entführt? Hat eine fremde Macht Besitz über ihn ergriffen? Dazu würde passen, dass er sich fremdartig fühlte. Alle Gedanken, die er dachte und Bewegungen, die er ausübte, kamen ihn fremdgesteuert vor. Nur, wenn ihm wirklich so etwas wiederfahren wäre, hätten seine Entführer sicherlich sauberer gearbeitet und nicht so stümperhaft, dass ihm solche Zweifel kämen. Sie hätten es so arrangiert, dass sich die ganzen Erlebnisse alltäglich anfühlen und nicht besonders. So, wie die letzten Stunden vor seinem Blackout. Er zweifelte. Hatte er vielleicht doch Recht mit seiner absurden Theorie? Und vielleicht hatten sie – seine Entführer – einfach einen kleinen Fehler bei seiner Neuprogrammierung gemacht und diese schlägt nun voll durch. Ein Fehler in der Matrix sozusagen. Aber wieso hatten sie gerade ihn auserwählt? Er war nicht besonders. Er hatte keinen tollen Job. Keinen Einfluss. Würden Außerirdische, Maschinen oder höhere Mächte nicht eher Jemanden auswählen, mit denen sie schnell Erfolg bei ihrer Invasion erreichen könnten? Oder hatten sie ihn einfach auserwählt, weil es nicht auffallen würde? Bei einem Wirtschaftsmogul oder Politiker wären sie vielleicht direkt aufgeflogen – vor allem bei so einer stümperhaften Durchführung?

Er hatte es. Vielleicht war er einfach nur der Versuchsballon? Der jetzt geplatzt war – wie das geplante Frühstück seiner Freunde. Nun war er vielleicht nutzlos geworden und wurde deswegen auf dieser Wiese wieder abgeladen, den eigenen Gedanken wieder überlassen. Vielleicht ist auch einfach nur die Verbindung zum Sendemast unterbrochen, der ihn über Funkwellen mit Informationen versorgt und so den Schein der Selbstbestimmtheit aufrecht erhält. Sein Handy hatte schließlich auch keinen Empfang. Vielleicht war er auch einfach in ein Funkloch gekommen? Er wusste es nicht. Eigentlich wusste er gar nichts. Eine plausible Antwort hatte er nicht. Stattdessen kamen ihm nur wilde Fantasien in den Kopf. Absurde Geschichten. Abnormale Erklärungen. Aber was war heute schon normal? Wenigstens fühlte sich das Gras normal an, dachte er sich, als er das Gras, welches er die letzten Augenblicke durch seine Finger gleiten ließ, verzweifelt zu Boden warf.

Bin ich vielleicht verrückt geworden? Aber wieso gerade ich? Wieso nur? Müsste ich dann nicht ausgefallenere Visionen haben? Von fliegenden Elefanten zum Beispiel? Und nicht so etwas recht langweiliges. Ich weiß keine Antwort darauf. Wer sollte mir auch schon helfen können? Gerade jetzt. Ich kann niemanden anrufen. Was soll ich tun? Darauf warten, dass ein Auto mich mit nimmt? Mit nach Hause? Mit auf einen Lösungsweg für dieses Dilemma? Eine Alternative scheint es wohl nicht zu geben – zumindest zurzeit. Ich schreite zur Straße und warte darauf, dass mich ein Auto mit nimmt. Nach wenigen Minuten werde ich erhört. Ein älteres Ehepaar erbarmt sich und hält an. „Wohin müssen sie?“ fragen sie mich und ich entgegne ihnen, dass ich in die nächste größere Stadt möchte. Weg von diesem Ort. Weg von dieser Wiese des Nichtwissens. Ich möchte wieder ein Champion werden und das wird der erste Schritt zum Sieg. „Wir können Sie aber nur bis Bad Salzberg mitnehmen.“ antworten sie mir. Doch dies ist mir gerade vollkommenen egal, da ich einfach hier fort möchte. Gedanken versunken fahren wir mit 70 Stundenkilometer fort von der Wiese. Fort in Richtung Heimat.

wird fortgesetzt

Geschichten
31. Oktober 2011

Halb Vier

Tür Es ist 3 Uhr und 29 Minuten. Jemand klopft an der Tür. Mitten in der Nacht. Wer könnte das nur sein? Der Person scheint es wichtig zu sein, so wie sie an die Tür hämmert. So, als wenn es um Leben und Tod geht. Aber ich mache nicht auf. Draußen ist auch alles ruhig. Wenn es wirklich die Polizei oder die Feuerwehr wäre, könnte man draußen bestimmt etwas sehen. Grelle Lichter, Leute in Panik, das ganze Programm eben. Bestimmt erlaubt sich jemand nur einen Spaß und ich wurde auserkoren, die Person des Tages zu sein. Wie lustig. Ich kann mich gar nicht mehr halten. Irgendwann wird es schon wieder aufhören. Solange ist mein Kopfhörer mein bester Freund. Bisschen durch die Musikbibliothek skippen. Aber wenn ich ehrlich bin, will ich jetzt eigentlich gar keine Musik mehr hören, sondern schlafen. Aber man lässt mich nicht. Es wird immer noch geklopft. Es ist mittlerweile schon 3 Uhr 31. Echt hartnäckig. Sollte ich vielleicht einfach die Tür aufreißen, laut „Ruhe“ rufen und dann die Tür wieder zuknallen? Aber dann hat die Person ihr Ziel erreicht. Dann hat sie Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. Und heute habe ich nichts zu verschenken. Pech gehabt. Kann das nicht mal aufhören? Gleich rufe ich die Polizei. Das werde ich tun. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Und ich kann mit einem Lächeln zu Bett gehen. Das wäre ein schöner Abschluss des Tages oder, besser gesagt, der Nacht. Auf eine Art bin ich auch neugierig g darauf, wer um diese Uhrzeit nichts Besseres zu tun hat, als andere Leute zu nerven. Kleine Kinder schlafen um halb vier schon. Die fallen also weg. Vielleicht besoffene Jugendliche oder ein Verirrter, der dringend auf Toilette muss? Ich wüsste es schon gerne. Sollte ich vielleicht doch zu Plan B übergehen und die Tür aufreißen? Aber was ist, wenn es ein Einbrecher oder noch schlimmer meine durchgedrehte Schwester ist? Das wäre zu gefährlich. Ich beneide andere Menschen um ihren Türspion, dann hätte ich zumindest das Problem nicht. Meine Neugier. Wir haben 3:32 und die Person klopft immer noch. Sekunden vergehen. 3:32:28. 3:32:57. 3:33:00. Stille. War es das jetzt? 3:35 Ist jetzt endgültig Ruhe eingekehrt? Ich glaube schon. Dann kann ich mich ja jetzt hinlegen und werde nie erfahren, wer da geklopft hat. Oder soll ich noch eben nachschauen, ob ich jemanden vielleicht noch bei der Flucht erwische? Aber das will die Person vielleicht auch nur. Ich lass es und lege mich hin. Wenn es dringend war, wird sie wiederkommen und
wenn nicht, war es ehe nur ein Scherz, auf den ich nicht reingefallen bin. Ist doch was.