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Januar
Gedichte
17. Januar 2011

Computer

TastaturIch funktioniere
Knopfdrückend bin ich bereit
Gehe den Arbeiten nach
Die Andere in mich hinein programmieren
Und für die ich gemacht scheine
Tagein und Tagaus

Ich möchte neustarten
Neue Gedanken installieren
Neuen Routinen nachgehen
Mir selbst nachgehen
Statt des immer währenden Rhythmus
Doch man lässt mich nicht

Ich möchte nur kurz in den Stand-Bye fahren
Ein wenig verschnaufen von der Arbeit
Bevor ich noch heißlaufe
Überlaste und dann durchbrenne
Wenige Augenblicke nur
Doch man lässt mich nicht

Denn es mangelt an Zeit
Man hat zu funktionieren
Ansonsten wird man ersetzt
Noch funktioniert alles
Noch funktioniere ich
Aber wie lange noch?

Gedichte
6. Januar 2011

Gedankenspritzer

BlutIch hab mich geschnitten
Gerade in der Nacht
Unachtsam und zufällig
Mit einem goldenen Füllfederhalter

Waren das anfangs Schmerzen
Mein Kopf dröhnte
Ich wusste nicht, wie mir geschah
Mir ist bunt vor Augen

Gedanken spritzen unkontrolliert
Worteweise aufs Papier
Eine Lache sammelt sich
Immer mehr nässt es aus der Wunde

Ich blute aus
Mein Kopf leert sich
Es scheint nichts zurück zu bleiben
Alles wird gedacht

Doch plötzlich stoppt die Blutung
Als wenn die Wunde geplastet worden wäre
Die Bilder erlöschen
Eine schwarze Kruste bildet sich

Und ich betrachte erschöpft
Das blutige Ergebnis der letzten Minuten
Welches sich überall verteilt hat
Und nun hier zu lesen ist
Ich lächele

Gedichte
2. Januar 2011

Ich bin dein

FußschelleIch bin dein
Ich werde immer bei dir sein
Egal, was passiert
Egal, ob ich dich nicht mehr liebe
Egal, ob ich daran zu Grunde gehe

Ich werde nie losgelassen
Auch wenn ich tief fallen möchte
Hält mich deine Kette zurück
Und erinnert mich an dich

Ich gehöre dir
Ich werde es immer bleiben
Denn du hast mich gefangen
Und an dich gekettet
Du nanntest es Liebe
Ich nenne es Strafe
Doch fliehen kann ich nicht
Ich bin zu schwach

Gedichte
22. Januar 2010

Tasche

TascheDu bist meine Tasche
Ohne dich fehlt einfach etwas
Denn in dich kann ich alles verstauen
Was mich belastet
Was mir Schmerzen bereitet
Egal ob schwerwiegend
Oder eine Leichtigkeit
Du hältst das aus

Ohne dich müsste ich mich abmühen
Könnte viele Lebenswege nicht gehen
Denn sie wären zu schwer zu meistern
Ich könnte ihnen nicht standhalten
Aber zum Glück bist du da
Was würde ich nur ohne dich machen?
Ohne dich
Ohne meine Tasche

Gedichte
11. Januar 2010

Luftnot

Ameisen
Mir wird schwindelig
Das Äußere verblasst
Entschwindet wie Eis
An einem Sommertag

Das Atmen fällt schwer
Ich keuche, ringe nach Luft
Ich will weglaufen
Weg von diesem Ort
Doch ich sacke zu Boden

Horden von Ameisen übersäen
Beißen sich fest
Lassen mich nicht los
Es scheint unwirklich
Ich drohe zu ersticken
Denn die Luft ist aus
Mir ist langweilig

Gedichte
4. Januar 2010

Vermessen

LinealDu trägst neue Züge
Ein Spitzes Lachen ziert deine Winkel
Gestalten es aus
Lassen alles in neuem Licht erscheinen
Eine Wendung um 180°

Jeder will nachmessen
Um das gesehene zu verstehen
Selbst an Hand legen
Zeichen ziehen
Die ins Innere führen

Doch die Linien erreichen dich nicht
Streifen dich nur
Du bist einfach nicht konstruierbar
Fernab aller Gesetze
Dies ist die reine Wahrheit
Und alles andere wäre vermessen