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November
Gedichte
19. November 2012

Brüchig

ApfelEin brüchiger Schlag
Und Sorgen splittern
Von der grazilen Haut
Klirrend scheppernd
Auf den dumpfen Grund

Das schale weiße Lächeln
Verzerrt und zerbricht
Wird seitlich angenagt
Bis Risse durchlöchern
Den Weg eröffnen

Alles fällt zusammen
Rufe prallen im Kanon ab
Sie verlassen dich wieder
Eh sie in dich eindrangen
Und schmettern ziellos umher

No One Night Kill
29. Oktober 2012

No One Night Kill #5

“No One Night Kill #5″ ist der fünfte Teil der Fortsetzungsgeschichte D mit dem Arbeitstitel “No One Night Kill”.
Engel

[Fortsetzung von No One Night Kill #4]

„Magst du uns jetzt mehr von dir erzählen?“ unterbrach Raphael das Gelächter der Beiden. „Das war gerade echt nur ein Scherz. Wir sind ganz harmlos – oder fast besser gesagt. Aber wer ist schon ein Engel?“ fuhr er fort, während Antonio breit zu grinsen begann. „Bernadette ist einer. Zumindest lacht sie so unbekümmert, als wenn sie keinem schaden könnte. Schau‘ dir doch alleine ihren unschuldigen Blick, ihre grün-blauen Augen, strahlend wie ein Edelstein, an. Dazu ihre schulterlangen dunkelblonden Haare. Fehlen nur noch die Flügelchen. Wer weiß. Vielleicht hat sie die auch noch versteckt. Irgendwo. Das krieg ich noch raus. Vielleicht schon heute Nacht.“ entgegnete Antonio, der Bernadette zuzwinkerte. Diese wiederrum wusste nicht wie ihr geschah. Einerseits imponierten ihr Antonios Komplimente, anderseits war sie sich weiterhin nicht sicher, ob sie von ihrem Ersteindruck getäuscht wurde und die beide wirklich nur bellende Hunde waren oder ob ihre Intuition Recht hatte und die beiden wirklich etwas verbargen. Dass ein dunkler Schatten auf den Beiden lag? Schatten im schummerigen Neonlicht. Aber was sollte ihr hier schon passieren. Das Scars war gut besucht, belebt und keineswegs so gefährlich und angsteinflößend, wie sie gedacht hatte, als sie mit ihnen vor der Tür stand. Wenn man es genau nahm, fühlte sie sich sogar ganz wohl in der Bar. Die Musik gefiel ihr und auch das Ambiente war vielleicht nicht ganz nach ihrem Geschmack, aber schmeckte ihr nicht schlecht. War zumindest etwas anderes, als der Bowlingcenter und die angrenzende Bar, in der sie sonst oft ihre Abende verbrachte. Ja, hier war sie sicher. Solange sie im Scars bleiben würde, würde ihr nichts passieren. Das stand für sie fest und änderte sich auch nicht mehr, als Raphael sein Messer zurechtzupfte und wieder in der Schnalle fixierte. Etwas, was ihr vor wenigen Augenblicken noch gehörig Angst eingejagt hätte. Doch jetzt war sie zwar nicht die Gelassenheit in Person, aber dennoch recht entspannt. So entspannt, dass sie zum ersten Mal an diesem Abend nicht schüchtern den Blicken der Beiden auswich, sondern gezielt Blickkontakt suchte. „Also ihr wolltet ja mehr über mich wissen. Aber bevor ich von mir erzähle, möchte ich auch was von euch wissen. Ist doch nur…“. Bevor Bernadette den Satz beenden konnte, kam der Kellner bereits zurück mit drei prall gefüllten Cocktailtürmen. Die Gläser waren so groß, dass der Kellner kaum über die Gläser hinweggucken konnte und daher seine Blicke an den Gläsern vorbeistreifen musste, um den Weg zu dem Tisch zu finden, was ihm aber routiniert gelang. Bernadette hätte es so keine zwei Meter geschafft ohne etwas zu verschütten. Wie oft diese extra großen Cocktails wohl bestellt würden, fragte sie sich, ehedem ein Turm frontal ihr die Sicht versperrte und die ganze Aufmerksamkeit Bernadettes von der Bar auf den Red Death lenkte. Vom nahen wirkte das Getränk noch größer und beeindruckender. Nicht die dekorierenden Kirschen und Grapefruits fingen Bernadettes Aufmerksamkeit ein, sondern das gut gefüllte fluoreszierende Glas, welches je nach Lichteinfall entweder knallrot leuchte, dann jedoch eher wie frisches Blut aussah. Bernadette wusste nicht, wie ihr geschah. Sollte sie diesen Alkoholkratzer gleich einstürzen lassen? Ja, das sollte sie. Daran bestanden keine Zweifel, als Antonio und Raphael gleichzeitig an dem Doppelstrohhalm zogen und die Säulen beider Gläser ein gehöriges Stück sanken. „Probier‘ mal deinen Tod. Du verpasst was. Mein Engel. Komm schon!“

Fortsetzung

Lose Gedanken
28. November 2011

Lose Gedanken #3

Unter Lose Gedanken werden in loser Folge bisher unveröffentlichte oder unvollendete Gedanken veröffentlicht. Aber auch Erstentwürfe zu schon veröffentlichen Gedanken finden hier ihren Platz.
Überschriften

Der Mond (Erste Fassung von Mondschwärmer)

Ich fliege zu dir
Immer ein Stücken näher
Mit jeden Flügelschlag
Bald hab ich dich erreicht
Dann bist du nicht mehr fern
Leuchtest hell und klar
Deine Anziehungskräfte ziehen mich an
Bewegen Wassermaßen auf der Welt
Tagtäglich
Aber auch mich, wenn ich zu dir reise
Du sorgst für die Stabilität im Umlauf des lebens
Ohne dich würde die Welt untergehen
Ohne dich hätte ich keine Orientierung
Alles wäre dunkel

03.07.2011

Herbstfall (Erste Fassung von Herbstfall)

Verdorrt die Blätter
Die Pracht der Jahre
Verschwunden
Letzte Reste verbleiben
Die jedoch im Dampf der Sonne
Allmählich mitgehend vertrocknen
Der Grund kalt und trocken
Lange nicht mehr gegossen
Dahin geschieden

26.06.2011

Schlag (Erste Fassung von Schlag)

Zieh den Stecker
Es droht ein Kurzschluss
Ein Lebensschock
Das Ende allem

Schock
Es durchfährt mich
Von Fuß bis Kopf
Ich zittere

Will es beenden
Doch es gelingt nicht
Die Spannung zu stark
Der Wille zu gering

04.07.2010