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Oktober
Geschichten
31. Oktober 2011

Halb Vier

Tür Es ist 3 Uhr und 29 Minuten. Jemand klopft an der Tür. Mitten in der Nacht. Wer könnte das nur sein? Der Person scheint es wichtig zu sein, so wie sie an die Tür hämmert. So, als wenn es um Leben und Tod geht. Aber ich mache nicht auf. Draußen ist auch alles ruhig. Wenn es wirklich die Polizei oder die Feuerwehr wäre, könnte man draußen bestimmt etwas sehen. Grelle Lichter, Leute in Panik, das ganze Programm eben. Bestimmt erlaubt sich jemand nur einen Spaß und ich wurde auserkoren, die Person des Tages zu sein. Wie lustig. Ich kann mich gar nicht mehr halten. Irgendwann wird es schon wieder aufhören. Solange ist mein Kopfhörer mein bester Freund. Bisschen durch die Musikbibliothek skippen. Aber wenn ich ehrlich bin, will ich jetzt eigentlich gar keine Musik mehr hören, sondern schlafen. Aber man lässt mich nicht. Es wird immer noch geklopft. Es ist mittlerweile schon 3 Uhr 31. Echt hartnäckig. Sollte ich vielleicht einfach die Tür aufreißen, laut „Ruhe“ rufen und dann die Tür wieder zuknallen? Aber dann hat die Person ihr Ziel erreicht. Dann hat sie Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. Und heute habe ich nichts zu verschenken. Pech gehabt. Kann das nicht mal aufhören? Gleich rufe ich die Polizei. Das werde ich tun. Wer zuletzt lacht, lacht bekanntlich am besten. Und ich kann mit einem Lächeln zu Bett gehen. Das wäre ein schöner Abschluss des Tages oder, besser gesagt, der Nacht. Auf eine Art bin ich auch neugierig g darauf, wer um diese Uhrzeit nichts Besseres zu tun hat, als andere Leute zu nerven. Kleine Kinder schlafen um halb vier schon. Die fallen also weg. Vielleicht besoffene Jugendliche oder ein Verirrter, der dringend auf Toilette muss? Ich wüsste es schon gerne. Sollte ich vielleicht doch zu Plan B übergehen und die Tür aufreißen? Aber was ist, wenn es ein Einbrecher oder noch schlimmer meine durchgedrehte Schwester ist? Das wäre zu gefährlich. Ich beneide andere Menschen um ihren Türspion, dann hätte ich zumindest das Problem nicht. Meine Neugier. Wir haben 3:32 und die Person klopft immer noch. Sekunden vergehen. 3:32:28. 3:32:57. 3:33:00. Stille. War es das jetzt? 3:35 Ist jetzt endgültig Ruhe eingekehrt? Ich glaube schon. Dann kann ich mich ja jetzt hinlegen und werde nie erfahren, wer da geklopft hat. Oder soll ich noch eben nachschauen, ob ich jemanden vielleicht noch bei der Flucht erwische? Aber das will die Person vielleicht auch nur. Ich lass es und lege mich hin. Wenn es dringend war, wird sie wiederkommen und
wenn nicht, war es ehe nur ein Scherz, auf den ich nicht reingefallen bin. Ist doch was.

Gedichte
24. Oktober 2011

Invasion

FestungIch werde belagert
Worte schlagen ein
Mit aller Kraft
Um die Bastion zu stürmen
Mich einzunehmen
Mit jeden Augenblick des Gefechtes
Wird das Bombardement heftiger
Durchschlagender

Ich versuche mich zu wehren
Gegen den Angriff anzukämpfen
Um nicht unterzugehen
Nicht zu verlieren
Doch die Argumente sind vernichtend
Ich habe ihnen nichts entgegen zu setzen
Der Gegner ist einfach zu stark
Die Waffen zu überlegen
Mir bleibt nichts anderes als aufzugeben
Und mich komplett einnehmen zu lassen
Ich habe den Krieg verloren

Gedichte
17. Oktober 2011

Prüfung

TestMeine Hände weinen
Tropfen stürzen zu Boden
Wie Raketen in den Nachthimmel
Die gerade gezündet wurden
Um die Nacht zu erhellen

Meine Hände hämmern
Nägel werden versenkt
Wie an einem Fließband
In Takt der Arbeit
Um das Pensum zu erfüllen

Meine Kopf qualmt
Gedanken zünden
Wie ein loderndes Feuer
Das groß entflammt wurde
Um Wärme zu spenden

Die Zeit verrinnt
Dann ist die Prüfung zu Ende
Das Bangen zu Ende
Ich habe bestanden
Alles weicht zurück
Alles verstillt wieder
Ich bin erleichtert
Glückwunsch

Gedichte
10. Oktober 2011

Erdbeere

ErdbeereEs riecht nach Erdbeeren
Saftig roten Früchten
Die vom Himmel
Frisch gepflügt
In die Münder purzeln
Leute Schweben lassen
Vom Hier und Jetzt
In ein entferntes Paradies
Das alles vergessen lässt
Was den Magen verstimmen
Auf die Laune drücken kann
Stattdessen breit sich Liebe aus
Mit jedem Bissen
Dieser leckeren Erdbeere
Ein wenig mehr
Es ist unbeschreiblich
Ein Gaumenschmaus
Einfach lecker
Guten Hunger

Gedichte
3. Oktober 2011

Zerstörung

Zerbrochenes GlasDas Eins zerbricht
In tausend Scherben
Mit einem festen Schlag
Mitten ins Gesicht

Alles was gewesen war
Acht lange Jahre
Voller Unglück und Pech
Fallen scheppernd zu Boden

Scherben zerstreuen in alle Weiten
Streifen Leute hier und da
Welche den Weg kreuzen
Sich verwundert umdrehen

Trümmer werden zusammengetragen
Für immer nun im Müll begraben
Bis diese in ihrer letzten Bleibe
Restlos zerbröckeln
Zerstört für immer

Ruhe in Frieden

Gedichte
18. Oktober 2010

Kopfbombe

FeuerMein Kopf brummt
Droht zu explodieren
In seine Einzelteile zu springen
Augen blinken vor Anspannung
Denn die Sekunden ticken runter
Unaufhörlich neigt es sich dem Ende

Wie viel Zeit werde ich noch haben?
Ist es noch umkehrbar?
Kann ich noch entschärft werden?
Oder ist alles zu spät?
Droht das Ende?
Muss ich sterben?

Ich halte diesen Druck nicht mehr aus
Diese Ungewissheit
Das Blechern der Uhr in meinem Kopf
Ich schließe die Augen
Hoffe, dass es gleich vorbei ist
Während die Uhr unaufhörlich weiter tickt
Tickt und tickt und schmerzt